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Kiel Gesichter für das Uni-Jubiläum
Kiel Gesichter für das Uni-Jubiläum
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01:03 07.11.2014
Von Martina Drexler
Die Gewinner des Castings, Jennifer Nowitzki und Harry Tobinski-Ahrens (vorn) und ihre Vertreter Catharina Müller und Tim Lukas Kornprobst werden bei Empfängen und Bällen im Jubiläumsjahr Christian Albrecht und die Christine darstellen. Quelle: eis: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Im Seitenflur des Schauspielhauses war das Lampenfieber der acht Wartenden zu spüren. Als Nervennahrung hatten die Uni-Pressestelle und das Theater Gummibärchen und Kekse in Reichweite gestellt. Zuerst gehörte den jungen Frauen, alle vier Studentinnen an der Christian-Albrechts-Universität (CAU), die große Bühne. Beworben hatten sie sich mit kleinen Videos, in denen sie bereits ihren Universitätsbezug erklärten und ihre Lust auf die Rolle begründeten. Doch jetzt mussten sie ihr schauspielerisches Können und Universitätswissen unter Beweis stellen – vor der Jury, die unter anderem aus Generalintendant Daniel Karasek, Oberbürgermeister und Jubiläumsbotschafter Ulf Kämpfer und Uni-Vizepräsidentin Prof. Ilka Parchmann bestand. „Sie müssen als Paar zusammenpassen und auch fähig sein, vor großem Festpublikum aufzutreten“, gab Anne Waller, Projektleiterin für das Jubiläumsjahr, den Jury-Mitgliedern vor. Christian Albrecht und die Siegelfigur, Christine genannt, werden in historischen Kostümen, die ihnen das Theater noch auf den Leib schneidern wird, bei etlichen Terminen als Botschafter Gesicht für die Universität zeigen, die bewegte Geschichte lebendig werden lassen und auch mal Walzer tanzen.

 Die Bewerber, die alle Theatererfahrung mitbrachten, waren sich der Verantwortung als Werbebotschafter bewusst, reklamierten mal mehr oder weniger sicher, aber mit Inbrunst die Textproben. Die Jury, sagte Daniel Karasek nach zwei Stunden, sei beeindruckt von ihrer Kreativität. Doch am Ende müsse man entscheiden. Das Rennen machte Jennifer Nowitzki. Sie wird Christine verkörpern, im Siegel mit Füllhorn, Palmzweig und dem Wahlspruch der nach dem 30-jährigen Krieg gegründeten Universität („Der Frieden ist das höchste Gut“) dargestellt. „Die CAU ist ein Teil von mir. Hier bin ich zu Hause“, bekannte die Master-Studentin in Pädagogik, die sich bei der Vorstellung als „sehr offener Typ“ beschrieb. Die Umgebung war ihr vertraut: Die 27-Jährige hatte im Schauspielhaus hospitiert.

 Dort in Reihe acht verfolgte der künftige Herzog Christian Albrecht alias Harry Tobinski-Ahrens bereits viele Stücke als Zuschauer. Der Krankenpfleger, mit 55 Jahren der älteste unter den Kandidaten und Mitglied im Ensemble „Augenblicke“, schlüpft als Geschichtsinteressierter besonders gern in die Rolle des Universitätsgründers: Eine spannende Persönlichkeit mit einer berührenden Friedensbotschaft sei Christian Albrecht gewesen. Auch die Zweitbesetzung, die angehende Lehrerin Catharina Müller (20) und Geschichtsstudent Tim Lukas Kornprobst (21), legte ein Bekenntnis zu ihrer Universität ab. „Ich fühle mich an der CAU gut aufgehoben“, so Kornprobst, „und ich wollte schon immer mal ein Fürst sein.“ Während Karasek die ausgezeichnete Qualität aller Bewerber lobte, zeigten sich Kämpfer und Parchmann von den sympathischen Präsentationen begeistert. Viel Herzblut und viel Mühe: „Das ist ein Riesenkompliment für unsere Universität“, meinte die Professorin.