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Kiel Color Line schließt Vertrag mit Kiel
Kiel Color Line schließt Vertrag mit Kiel
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08:32 08.11.2012
Von Frank Behling
Die Color Line bindet sich erstmals vertraglich für zehn Jahre fest an Kiel und schafft damit die Basis für weitere Investitionen. Quelle: Behling
Kiel

Und Herausforderungen gibt es viele, daran ließ Reederei-Vorstand Trond Kleivdal an Bord der „Color Fantasy“ keinen Zweifel. „Norwegen ist ein glückliches Land, denn wir pumpen Öl. Wir brauchen aber auch Öl als Treibstoff für unsere Schiffe“, so Kleivdal. Der Ölpreis sei deshalb ein Unsicherheitsfaktor in den Bilanzen. Da sei es natürlich wichtig, mit den Partnern in Kiel verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, zumal die Reederei auch beim Umweltschutz vor vielfältigen Aufgaben stehe, sagte der Color-Manager.

Die Umrüstung der beiden Kreuzfahrtfähren auf Landstrom-Anschlüsse ist inzwischen abgeschlossen. Nun sollen die Antriebsanlagen der Schiffe an die sich verschärfenden Emissionsbestimmungen angepasst werden. Wie berichtet, gelten ab 2015 strengere Regelungen bei der Verwendung von Schweröl als Treibstoff auf Nord- und Ostsee.

Derzeit gebe es verschiedene Lösungsansätze, ließ Kleivdal durchblicken. Von Abgasreinigungsanlagen (Scrubbern) über Flüssiggas als Treibstoff bis zum Bau neuer Antriebsanlagen gebe es viele Varianten. Egal, wie die Wahl ausfällt, eines haben alle Lösungen gemein: Sie kosten viel Geld. Bevor man Investitionen tätige, brauche man Sicherheit, sagte Trond Kleivdal. Diese Sicherheit bietet jetzt der auf zehn Jahre angelegte Rahmenvertrag mit dem Seehafen Kiel – mit Verlängerungsoption auf 15 Jahre. Hafengebühren sowie Rechte der Terminalnutzung sind darin unter anderem festgelegt.

„Die Color Line ist für uns ein verlässlicher Partner. Diese Partnerschaft wollen wir fortsetzen“, erklärte Seehafen-Geschäftsführer Dirk Claus. Er unterzeichnete für die stadteigene Gesellschaft den Rahmenvertrag. Kurzfristig stehe für den Seehafen die Umsetzung des Landanschlusses für die Color-Fähren auf dem Programm. Über eine Million Euro wird diese „Steckdose“ am Norwegenkai den Seehafen vermutlich kosten. Während in Oslo am Color-Terminal Hjörtness-Kai bereits seit einem Jahr ein Anschluss für die „Color Magic“ und die „Color Fantasy“ betriebsbereit ist, wird es in Kiel noch bis Ende 2013 dauern.

Die Linie Kiel-Oslo wächst von Jahr zu Jahr, Fracht- und Passagierzahlen steigen. Die 2004 und 2007 gebauten Kreuzfahrtfähren haben im Jahresdurchschnitt Auslastungswerte von 80 bis 86 Prozent, erklärte Jörg Rudolph, Deutschland-Chef der Color Line. „Wir sind sehr happy, dass die Reederei Kunde in Kiel ist und auch bleibt. Das ist ganz wichtig für die Stadt“, würdigte auch Stadtpräsidentin Cathy Kietzer die Rolle der seit nunmehr 51 Jahren bestehenden Linie.