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Kiel Coronavirus: 27 Verdachtsfälle in Kiel
Kiel Coronavirus: 27 Verdachtsfälle in Kiel
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19:59 09.03.2020
Von Steffen Müller
Im Labor Dr. Krause & Kollegen in Kiel kann Frieda Schön mit einem Schnelltest prüfen, ob sich eine Person mit dem Coronavirus infiziert hat. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

„Wir hatten bislang 27 Verdachtsfälle, bei denen das Gesundheitsamt involviert war“, berichtet Stadtsprecherin Kerstin Graupner. Verdachtsfälle, die sich schnell als harmlos herausstellen, werden nicht an das Gesundheitsamt übermittelt und dementsprechend auch nicht gezählt.

„Gemeldet werden nur tatsächliche Fälle.“ Dazu zählen Personen, die Symptome, etwa Anzeichen einer akuten Atemwegsinfektion nach einer Reise in ein Covid-19-Risikogebiet oder nach einem Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall, aufweisen.

Sollten diese Kriterien zutreffen, besteht eine Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt der Stadt Kiel. Vom Gesundheitsamt aus besteht dann eine Übermittlungspflicht an das Land Schleswig-Holstein, das wiederum das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin informiert.

Mehrere Labore bieten Diagnostik an

Da in Kiel Verdachtsfälle, auf die keine der Kriterien zutreffen und die sich nicht bestätigen, in verschiedenen Einrichtungen getestet werden, habe die Stadt Kiel keinen Überblick, wie viele Tests durchgeführt wurden. „Die Diagnostik wird mittlerweile von diversen Laboren angeboten“, sagt Graupner.

Wichtigster Ansprechpartner für Ärzte und die Behörden ist das Robert Koch-Institut, das mehrere Leitfäden herausgegeben hat. Laut RKI ist es aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll, Personen auf das Virus zu testen, die nach Kontakt zu einem bestätigten Fall oder Rückkehr aus einem Risikogebiet keine Symptome bemerken und sich noch in der 14-tägigen Inkubationszeit befinden. Ihnen wird stattdessen empfohlen, vorsorglich bis zum Ende der Inkubationszeit zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte zu vermeiden.

Robert-Koch-Institut bietet Orientierungshilfe

Das RKI dient auch als wichtiger Ansprechpartner für Ärzte und hat eine Orientierungshilfe herausgegeben, an der sich die Mediziner entlanghangeln können, um zu entscheiden, wie mit einem Patienten, der sich mit dem Verdacht auf eine Corona-Infektion meldet, umgegangen werden soll. Laut Bundesgesundheitsministerium und Kassenärztlicher Vereinigung obliegt es nämlich seit Anfang März dem Arzt selbst zu entscheiden, ob ein Test notwendig ist oder nicht.

Stadtsprecherin Kerstin Graupner betont noch einmal, dass Menschen, die sich unsicher sind, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben, auf keinen Fall in die Praxis ihres Hausarztes oder in die Notaufnahmen der Kieler Kliniken gehen sollten, um im Zweifel keine anderen Personen anzustecken.

Hotline für Betroffene

Betroffene, die in Risikogebieten waren oder Symptome aufweisen, sollen sich bei ihrem Hausarzt telefonisch melden oder die Behördennummer 0431-116117 anrufen. Zusätzlich hat das Land Schleswig-Holstein ein Bürgertelefon geschaltet, das unter 0431/79700001 zu erreichen ist.

Weitere Veranstaltungen werden abgesagt

Währenddessen mehren sich in Kiel die Absagen von Veranstaltungen aufgrund der Infektionsgefahr durch das Coronavirus. Nachdem, wie berichtet, bereits die Industrie- und Handelskammer ihren Jahresempfang abgesagt hat, die Eröffnung des neuen Terminals am Ostseekai verschoben wurde und auch die Studien-Informationstage an der Christian-Albrechts-Universität vom 10. bis 12. März nicht stattfinden, fallen nun weitere Veranstaltungen aus.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde auch der 4. Marie-Juchacz-Empfang der Awo-Schleswig-Holstein am 15. März abgesagt. „Die Absage dient der Fürsorgepflicht unseren Gästen gegenüber, um sie keinem potenziellen Risiko auszusetzen“, teilte der Wohlfahrtsverband mit. Möglicherweise fällt auch die Ehrenamtsmesse am 22. März 2020 aus, eine Entscheidung darüber soll zeitnah getroffen werden.

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