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Kiel Elternbrief zu Kita- und Schulschließung
Kiel Elternbrief zu Kita- und Schulschließung
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14:50 15.03.2020
Von Heike Stüben
So sieht es morgen in den Schulen in Kiel aus. Doch welchen Kindern steht eine Notbetreuung zu?
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Kiel

Der Corona-Virus breitet sich in Deutschland weiter aus. Daher hat die Landesregierung verschiedene Entscheidungen getroffen und uns am Samstag schriftlich mitgeteilt, wie diese Entscheidungen genau umzusetzen sind.

Ab Montag, den 16.03.2020 sind alle Schulen und Kitas zu schließen und zunächst bis zum 18.03.2020 in Schulen sowie bis zum 20.03.2020 in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung einen Notdienst anzubieten. Wir gehen bisher davon aus, dass die Schließung der Kindertageseinrichtungen und Schulen weiter erfolgen wird.

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Damit soll eine weitere Ausbreitung des Virus verlangsamt werden. Risikogruppen sollen geschützt werden. Das gelingt am besten, wenn man große Menschengruppen vermeidet.

Die Kindertagespflege ist von dieser Schließung ausgenommen, die Tagespflegepersonen werden alle Kinder, die bereits in Betreuung waren, weiter betreuen. Neuaufnahmen sind derzeit allerdings nicht möglich.
Von diesem Betretungsverbot ebenfalls ausgenommen sind diejenigen Schüler*innen, die einen täglichen, hohen Pflege- und Betreuungsaufwand benötigen, dem im häuslichen Rahmen nicht entsprochen werden kann, da diese Schülerschaft zur besonderen vulnerablen Bevölkerungsgruppe gehört. Für diese Schüler*innen wird ein schulischer Notbetrieb (Betreuung) auf Elternwunsch nach Entscheidung der Schulleitung sichergestellt.

Ausgenommen von diesem Betreuungsverbot sind im Rahmen einer Notdienstbetreuung weiterhin

Kinder in Kindertageseinrichtungen und

Schüler*innen bis zur 6. Klasse von allgemeinbildenden Schulen, Förderzentren, Ersatzschulen sowie von Schulen und Einrichtungen der dänischen Minderheit bei denen:

beide Eltern oder ein alleinerziehender Elternteil in einem der in der Folge genannten Bereiche tätig sind und

Sie als Eltern nicht in der Lage sind, eine Alternativbetreuung für Ihr Kind oder Ihre Kinder zu organisieren.

Der Notdienst ist für Mitarbeitende, die in folgenden kritischen Kernbereichen arbeiten:

Ernährung, Hygiene (Produktion, Groß- und Einzelhandel) – inkl. Zulieferung, Logistik (§ 4 BSI-KritisV),

Informationstechnik und Telekommunikation – insb. Einrichtung zur Entstörung und Aufrechterhaltung der Netze (§ 5 BSI-KritisV),

- Gesundheit - Krankenhäuser, Rettungsdienst, Pflege, ggf. Niedergelassener Bereich,  Medizinproduktehersteller, Arzneimittelhersteller, Apotheken, Labore (§ 6 BSI-Kri-tisV),
- Finanzen - ggf. Bargeldversorgung, Sozialtransfers (§ 7 BSI-KritisV),
- Transport und Verkehr – Logistik für die KRITIS, ÖPNV (§ 8 BSI-KritisV),
- Entsorgung (Müllabfuhr, Abwasser)
- Medien und Kultur - Risiko- und Krisenkommunikation,
- Staat und Verwaltung – Kernaufgaben der öffentlichen Verwaltung (Regierung und Verwaltung, Parlament), Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Justiz, Veterinärwesen, Küstenschutz, Kinder- und Jugendschutz sowie
- Grundschullehrkräfte, soweit diese zur Aufrechterhaltung der Notbetreuung im Sinne dieser Verfügung eingesetzt werden, Sonderpädagog*innen an Förderzentren mit Internatsbetrieb, in Kindertageseinrichtungen Tätige, soweit diese zur Aufrechterhaltung der Notbetreuung im Sinne dieser Verfügung eingesetzt werden.

Die Leitungskräfte der Betreuungseinrichtungen haben die Aufgabe, mit Ihnen zu klären, ob diese Voraussetzungen zutreffen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, denn die betroffenen Kinder sollen in ihren jeweiligen Einrichtungen und Schulen in kleinen Gruppen betreut werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Weitere Informationen zur Betreuung Ihres Kindes werden Sie in Ihrer Betreuungseinrichtung erfahren. Neue Informationen werden wir zukünftig auch unter www.kiel.de/Coronavirus einstellen.

Eltern, die den Notdienst nicht in Anspruch nehmen können, bekommen selbstverständlich in den nächsten Wochen die Betreuungsgebühren zurückerstattet. Über das Verfahren werden wir Sie informieren.

Wir möchten diese außergewöhnliche Situation mit gegenseitigem Verständnis und Solidarität mit Ihnen gemeinsam so gut es geht meistern. Dafür arbeiten bei uns die Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung der Stadt und von freien Trägern, im Jugendamt, im Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen und im Amt für Schulen sowie Lehrkräfte im Notdienst an Schulen.

Bitte unterstützen Sie sich gegenseitig, um gute Lösungen zu entwickeln und sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber, welche Möglichkeiten für Sie vorstellbar sind.

Heike Stüben 15.03.2020
15.03.2020
Jördis Merle Früchtenicht 14.03.2020