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Kiel Neuer Raum für digitale Start-ups
Kiel Neuer Raum für digitale Start-ups
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07:00 03.08.2017
Von Anne Holbach
Wochenlang wurde ein Teil des KN-Gebäudes umgebaut, damit die ersten Start-ups einziehen können. An der Fassade weist der Name „Fleet 7“ darauf hin. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Vermieter wünschen sich meist lange Mindestvertragslaufzeiten und finanzielle Sicherheiten. Für Start-ups zählt dagegen Flexibilität, weil für sie schwierig abzuschätzen ist, wie sich ihr Unternehmen entwickelt und wie schnell es wächst. Deswegen zieht es viele junge, digitale Firmen in Coworking Spaces – moderne Bürogemeinschaften, die vor allem dem kreativen Austausch dienen.

Wochenlang wurde in einem Teil des Verlagsgebäudes der Kieler Nachrichten gebaut, damit jetzt die ersten Start-ups einziehen können - ins „Fleet7“. Herzstück des neuen Coworking Spaces ist das Foyer. Ein weißes Segel hängt an der Decke, zwei rote Sessel laden zum Ausruhen ein. An einer Säule hängt eine Korkpinnwand mit Polaroid-Fotos – dort sollen bald all die Gesichter der Mieter hängen. In der Mitte stehen Tische aus Grobspanplatten. Hier ist Platz zum Arbeiten, aber auch Raum für Begegnungen. Regelmäßig sollen Events für digital Schaffende stattfinden und der Kontakt zu Kieler Unternehmen vermittelt werden.

„Die Start-ups sehnen sich nach fachlichem Austausch und müssen ein Netzwerk aufbauen“, sagt Ingrid Wernecke, die das „Fleet7“ leitet. „Die etablierten Wirtschaftsunternehmen suchen dagegen Innovationen und Manpower. Ein Gewinn für beide Seiten.“ Auch von der Nähe zu den Kieler Nachrichten sollen die Start-ups profitieren, sie können beispielsweise aus dem Verlagshaus lernen, wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit funktioniert.

Neben dem offenen Foyerbereich stehen mehrere Büros zur Verfügung, so Wernecke. Im größten stehen sieben Tische, die einzeln gebucht werden können. Nebenan sind kleinere Büros, die Start-ups komplett mieten können. „Wir wollen sowohl die Vorteile des klassischen Coworkings bieten – also ein Platz für Austausch und Entwicklung sein – als auch wachsenden Start-ups durch die kleineren Büros die Möglichkeit geben, einen Rückzugsraum zu finden“, sagt Ingrid Wernecke. Ein solches Kombi-Angebot fehle noch in der Landeshauptstadt. Ein Punkt, der Johannes Raabe und Michael Hartke von Clarifydata, überzeugt hat. Die beiden Gründer gehören zu den ersten Büromietern. „Wir saßen seit 2014 in der Starterkitchen“, erzählt Raabe. Dort sei es dem zweiköpfigen Unternehmen nun zu eng geworden. „Wir haben uns ein eigenes Büro gewünscht.“ Clarifydata erstellt statistische Prognosemodelle – zum Beispiel für Versicherungen. „Wir arbeiten gerade an einem Tool und hoffen, hier auch Leute zu treffen, die in der Web-Entwicklung tätig sind“, sagt der 29-Jährige.

Hilfe könnte das Start-up beispielsweise von Felix Schindler bekommen. Der Software-Entwickler ist dabei, in die Selbstständigkeit zu starten. „Ich glaube, das Konzept ist genau die richtige Mischung für mich“, so der 30-Jährige. „Es ist nicht ganz so wirbelig wie in manch anderem Coworking Space, aber ich habe die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und zahle eine günstigere Miete als in einem klassischen Büro.“ Für die Jungs von Clarifydata war auch die Lage ein entscheidendes Kriterium, weil sie so einfach mit dem Rad zur Arbeit fahren können.

Das „Fleet7“ sei nicht nur als Geschäftsadresse mit großer Repräsentativität attraktiv, glaubt Wernecke. „Der Standort ist auch praktisch, weil wichtige Anlaufstellen wie Behörden, Investitionsbank, WTSH (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein) und IHK alle in der Nähe sind.“ Gestartet wird zunächst auf einem Stockwerk in der Holstenstraße 68, zwei weitere Etagen könnten dort hinzukommen. Langfristig sollen sich die Gründer auf rund 2500 Quadratmetern Fläche im alten Druckhaus der Kieler Nachrichten verteilen können.

Zwei Männer seien mit Waffen hinter ihm her: Ein 46-Jähriger rief am Dienstag die Polizei, Spezialkräfte griffen an der Eckernförder Straße in Kiel schnell zu. Eine spektakuläre, mehrfache Festnahme hat Beobachtern den Atem stocken lassen. Der Konflikt nahm wohl auf dem Ostufer seinen Ursprung.

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