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Kiel 1000 Kilometer mit dem Rad nach Köln
Kiel 1000 Kilometer mit dem Rad nach Köln
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08:15 25.07.2019
Von Steffen Müller
Um auf die schlechte hygienische Situation in seiner Heimat Uganda aufmerksam zu machen, radelt Edwin Barungi 1000 Kilometer von Kiel bis Köln. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Wie wichtig hygienische Sanitäranlagen sind, zeigt eine Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef und die Weltgesundheitsorganisation. Demnach könnten viele Krankheiten wie Typhus, Hepatitis A und Cholera längst ausgerottet sein, könnten mehr Menschen Toiletten mit einer sicheren Entsorgung nutzen.

Und dafür kämpft Edwin Barungi. Für seine Mission ist er extra für zwei Monate nach Deutschland gekommen und lässt seinen Job als Touristenführer in Uganda ruhen. "Ich will, dass in meiner Heimat mehr sanitäre Anlagen und Handwaschmöglichkeiten gebaut werden", sagte der 28-Jährige vor dem Start seiner Tour am Mittwoch an der Alten Mu.

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Authentischer Erfahrungsbericht

Sein T-Shirt unterstreicht seine Botschaft. "Two Wheels for a better World" (Zwei Räder für eine bessere Welt) steht in grünen Buchstaben auf dem dunklen Oberteil. Dass Barungi die Strapazen der knapp 1000 Kilometer langen Radtour auf sich nimmt, freut Malte Schremmer von Goldeimer besonders. "Es ist immer cool, wenn jemand, der direkt aus dem Land oder der Region kommt, berichtet."

Großes Netzwerk an Unterstützern

Der Kontakt zwischen Barungi und Schremmer kam durch Zufall zustande. Kennengelernt haben sie sich im vergangenen Jahr auf dem Hurricane-Festival, wo Goldeimer die Kompost-Toiletten aufgestellt hatte. Barungi kam auf seiner Tour von Frankfurt nach Hamburg bei der Großveranstaltung vorbei und half drei Tage im Sanitärbereich. Seitdem sind beide im regelmäßigen Austausch, ein großes Netzwerk im Hintergrund hilft, dass die Radtour ein Erfolg wird. Der Ugander übernachtet während seines Trips bei Freunden und Bekannten von Malte Schremmer, das Fahrrad stellte das Kieler Start-up-Unternehmen MyBoo.

Armut in Uganda

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von jährlich 749 US-Dollar pro Kopf ist Uganda eines der ärmsten Länder der Welt. Rund 45 Millionen Menschen leben in Uganda, das Bevölkerungswachstum beträgt 3,3 Prozent. Die Armutsquote lag nach Berechnungen der Weltbank 2016 bei 35 Prozent. Die Republik wird autoritär geführt, Staatsoberhaupt ist seit 1986 Yoweri Museveni. Im August 2018 wurden mehrere prominente Oppositionspolitikern im Zusammenhang mit Unruhen am Rande lokaler Nachwahlen verhaftet, was zu gewaltsamen Protesten führte.

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