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Kiel Das Ende der Bauruine naht
Kiel Das Ende der Bauruine naht
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08:00 12.08.2019
Von Karen Schwenke
Neun „exklusive Luxuswohnungen“ sollten an der Rathausstraße in Kiel einst entstehen. Mit dem Rohbau war Schluss. Das könnte sich nun ändern. Die Bauruine wurde verkauft. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Der Verkauf war notwendig, da die ursprünglichen Bauherren Thomas Quidde und Sven Reinhart mit der eigens dafür gegründeten Projektentwicklungsgesellschaft im März 2018 Insolvenz angemeldet hatten (wir berichteten). Seither stand der Bau der neun Luxus-Eigentumswohnungen unter dem vielversprechenden Namen „Lofts am Rathaus“ still.

Auf dem Projekt lag bisher kein Segen. Immer wieder kam es zu Verzögerungen. Ende 2014 posierte Projektentwicklerin Claudia Büsgen für ein Foto vom ersten Spatenstich auf dem 600 Quadratmeter großen Grundstück in der Rathausstraße Ecke Waisenhofstraße, das sie von der Stadt gekauft und überplant hatte. Schon ein Jahr später sollten die „neun exklusiven Luxuswohnungen“ bezogen werden. Doch die Fertigstellung wurde mehrfach neu terminiert – zuletzt für den Herbst 2017. Im Internet wurden die Wohnungen damals mit Superlativen angepriesen: „Beste Lage, modernste Architektur, hochwertige Ausstattung, exklusive Einbauküchen, jeweils zwei luxuriöse Bäder, Tiefgarage mit Autolift.“ Im Frühjahr 2018 war allerdings immer noch nicht mehr entstanden als der Rohbau. Dann folgte die Pleite der Investoren Quidde und Reinhart, an die die Kielerin Büsgen das Projekt veräußert hatte.

Kaufverträge für Wohnungen wurden rückabgewickelt

Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber von der Kanzlei Reimer Rechtsanwälte hatte sich ursprünglich vorgenommen, schon bis zum vergangenen Sommer 2018 eine Lösung für die Bauruine zu finden. Doch das gestaltete sich abermals als schwierig und langwierig. Warum sich die Suche nach einer Lösung für das Objekt in bester Lage so lange hingezogen hat, erklärte Schmid-Sperber mit der Rückabwicklung von Kaufverträgen: „Vier Wohnungen waren schon verkauft. Wir mussten mit den Käufern die Aufhebung der Verträge verhandeln.“ Nach den Worten des Insolvenzverwalters sind die Käufer „mit einem blauen Auge davongekommen. Deren Anzahlungen waren gesichert, sie haben keine Verluste erlitten“. Gläubiger seien die Bank und die Investoren mit ihren Eigenkapitaleinlagen in der Projektentwicklungsgesellschaft.

Bernd Hoffmeister, der den Rohbau für die Immobiliengesellschaft Kieler Stadthaus erworben hat, nennt es einen „Skandal, dass an präsenter Stelle in Kiel eine Bauruine steht, die jeden Tag schlechter wird“, während andererseits die Bauwirtschaft boome und Wohnungen in Kiel gebraucht würden. Dem Stadthaus-Geschäftsführer wurde das Projekt bereits 2014 zum Kauf angeboten. Damals winkte er ab, da das Konkurrenzprojekt Schlossquartier mit 213 Wohneinheiten (130 Eigentumswohnungen) zeitgleich von ihm auf den Markt gebracht wurde. „Die Kaufkraft in Kiel ist begrenzt“, daher habe er zum damaligen Zeitpunkt keine Vermarktungschance für die Lofts am Rathaus gesehen. Zudem sind laut Hoffmeister die Wohnungen in der Rathausstraße mit 5000 Euro pro Quadratmeter teurer und haben eine weniger attraktive Lage als das Schlossquartier. Heute ist die Marktsituation anders, denn im Schlossquartier ist im Mai die letzte Wohnung verkauft worden.

Erhebliche Mängel am Bau durch Stillstand

Durch den langen Baustillstand hat der Rohbau allerdings gelitten. Das Kieler Bauunternehmen Heinrich Karstens habe ihn kürzlich untersucht und erhebliche Mängel festgestellt. Und nicht nur das halbfertige Gebäude ist in die Jahre gekommen, auch die Baupläne. Daher will der künftige Besitzer den komplizierten Bau mit Doppel-Parkdeck und Autolift etwas überarbeiten. Hoffmeister möchte innovativer, ökologischer bauen und den Schallschutz verbessern. In jedem Fall soll die hässliche Ruine verschwinden. Ganz so zügig, wie mancher es sich wünscht, geht die Metamorphose zu einem schicken Appartementhaus allerdings nicht. Bereits im Dezember 2018 ist der Kaufvertrag unterschrieben worden, allerdings hat sich Hoffmeister ein Rücktrittsrecht einräumen lassen. Denn bis zum endgültigen Baubeginn will er noch einige Fragen klären. Aber der Geschäftsführer gibt sich zuversichtlich. Bis Ende 2020 soll das Haus endgültig fertig sein.

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