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Kiel Das "Hier und Dort"-Magazin sagt Tschüss
Kiel Das "Hier und Dort"-Magazin sagt Tschüss
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13:13 10.10.2019
Von Laura Treffenfeld
Die Moderatoren Dieter Koop (links am Tisch) und Christoph Schumann leiten die letzte Sendung „Hier und Dort“ live aus dem Studio des Offenen Kanals in Kiel. Quelle: Laura Treffenfeld
Kiel

Ton an. Scheinwerfer an. Kamera an. Ruhe im Raum. Noch fünf Sekunden bis Go. Im Studio des Offenen Kanals in Kiel tritt Moderator Dieter Koop mit seinem Mikrofon ins Licht und begrüßt die Zuschauer. „Das ist heute unsere letzte Sendung“, verkündet er live.

Am Dienstag feierten die Mitglieder und deren Freunde diesen Tag mit einer letzten Sendung, in der die Zuschauer etliche Zusammenschnitte früherer Beiträge zu sehen bekamen. Damals war das ein oder andere Haar der Filmer noch etwas voller, doch die gute Laune bei der Arbeit ist bis zur letzten Ausgabe geblieben.

Von Reiseberichten und Beiträgen über lokale Events bis hin zum Frühstücksfernsehen auf der Kieler Woche – das Portfolio der „Hier und Dort“-Truppe war vielfältig, der Kontakt zu den Menschen aus der Region immer nah.

In die Programme musste man sich am Anfang richtig einfriemeln

Zwei Mitglieder der Gruppe, Rolf Steinborn und Jürgen Karschulin, schmunzeln über ihre Anfänge beim Offenen Kanal Kiel. „Wir mussten uns erst einmal auf ein Schnittprogramm einigen und uns in die Technik einfriemeln“, sagt Karschulin. Gefilmt habe meist jeder für sich, geschnitten wurde dann am Rechner zu Hause. „Manchmal saß ich acht Stunden am Schnitt, danach haben dann schon die Finger gezuckt“, so Steinborn.

Die „Hier und Dort“-Mitglieder waren 1994 größtenteils frisch gebackene Rentner, die nach dem Beruf weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben wollten. Zu der Zeit bot der Offene Kanal ein Seminar für Videofilmer an – da war es um sie geschehen.

Am Anfang war die Kameratechnik noch analog

„Zu Beginn haben wir noch mit Analog-Kameras gefilmt und unsere Strahler im Studio hatten 200 Watt und heizten den ganzen Raum auf“, erzählt Winfried Wirtz, Leiter der Gruppe. Mit der Zeit sei alles sehr modern geworden. Doch nun habe diese Zeit ein Ende.

Auch die Zielgruppe im Offenen Kanal habe sich verschoben. „Früher waren die Rentner im Fokus, nun gibt es auch viele Seminare für junge Menschen. Diese nutzen den Offenen Kanal als Übungsplattform, etwa um ihre Kompetenz im Bereich Social Media zu stärken.“

Die Leiterin des Offenen Kanals, Inken Völpel-Krohn, bedauert die Auflösung der Gruppe. Mit einem leichten Augenzwinkern sagt sie: „Es ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, was sie jetzt machen wollen – ich finde, das hier war das Beste.“ Das Haus stünde allen Mitgliedern aber weiterhin immer offen.

Einmal im Monat hatte "Hier und Dort" eine Stunde lang Sendezeit – da ist in einem Vierteljahrhundert viel Material zusammengekommen. Wilde Tanzeinlagen im Studio, Gegenwind beim Drachenfest in Damp, Gesprächsrunden zu aktuellen Themen. Einen „Hartlichen Dank“ gab es daher am Dienstag auch von Sprotten-Frau Stine aus Eckernförde, die immer mal wieder in den Sendungen zu sehen war. Sie habe durch die Hier und Dort-Crew ihre Scheu vor der Kamera verloren und viele Freunde gewonnen.

"Wir gucken jetzt auch ganz anders fern"

Was bleibt, ist, neben den schönen Erinnerungen, der scharfe Blick für den Schnitt. „Wir gucken jetzt ganz anders fern“, sagt Wirtz. „Manchmal erkennen wir auch bei den großen Produktionen kleine Schnitzer, da denken wir dann immer, tja, die machen es auch nicht immer besser als wir.“

Und noch etwas leisten die Beiträge der Gruppe. „Manchmal stirbt ein Mensch, den wir zuvor für einen unserer Beiträge gefilmt haben“, sagt Wirtz. „Da ist es öfter vorgekommen, dass die Angehörigen die Aufnahmen angefragt haben.“ Im Film bleibe die Erinnerung lebendig.

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