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Kiel Alte Gießerei putzt sich heraus
Kiel Alte Gießerei putzt sich heraus
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07:00 23.03.2014
Von Volker Rebehn
Frühjahrsputz in der alten Metallgießerei: Ehrenamtliche Mitarbeiter – wie hier (von links) Armin Leppert, Uwe Krause und Sönke Petersen – bereiten das Museum für die bevorstehende Saison vor. Quelle: vr
Kiel

Im Ober- und Untergeschoss röhren Staubsauger, Fenster werden geputzt, Ausstellungsstücke entstaubt, Teile wie eine ausgediente Feuerschale entsorgt. Die lange Winterruhe in dem kleinen Museum am Rande der Fachhochschule Kiel hat quirliger Emsigkeit Platz gemacht. „Am nächsten Sonntag öffnen wir wieder unsere Tore, dann soll alles tipptopp sein“, sagt Sönke Petersen, der 1. Vorsitzende des Fördervereins. Das Museumsteam werde den Besucher gleich zum Saisonstart das komplette volle Gießerei-Programm „Aus einem Guss“ bieten.

 Das beinhaltet unter anderem: Jeweils um 14 und 16 Uhr werden im Rahmen von Führungen die Zeiten der einst in dem Gebäude ansässigen Gießerei der früheren Howaldtswerke wachgerufen. Das 1884 errichtete Haus, das heute unter Denkmalschutz steht, ist die letzte Erinnerung an die über 100-jährige Werftgeschichte in Neumühlen-Dietrichsdorf. Die ging 1983 zu Ende, und es ist kaum noch vorstellbar, dass dort einst Tausende von Menschen Schiffe gebaut haben. Das Engagement des Museumsteams trägt maßgeblich dazu bei, dass diese Werftvergangenheit nicht in Vergessenheit gerät.

 Für den Förderverein ist es zusätzliche Motivation, dass im Vorjahr mit insgesamt 4360 Besuchern ein neuer Besucherrekord erreicht wurde. Besonders erfreulich war laut Sönke Petersen, dass darunter fast ein Viertel Kinder und Jugendliche waren. Viele Schulklassen und Kindergruppen nahmen an Führungen teil. Das spezielle Programm für Kindergeburtstage ist nach wie vor ein Renner. In der nur siebenmonatigen Saison ist das nicht selbstverständlich – wie der Blick auf die Vorjahre zeigt. Nach der offiziellen Eröffnung im Mai 2007 stiegen die Zahlen bis 2009 auf 4177, um dann bis 2011 auf 3364 zurückzugehen. Besondere Veranstaltungen in Kooperationen unter anderem mit dem Verein Deutscher Ingenieure, der Fachhochschule Kiel, dem Werftparktheater oder dem Archäologischen Landesmuseum sowie Lesungen oder Musikveranstaltungen ließen die Besucherzahlen wieder steigen. Auch die Teilnahmen am Internationalen Museumstag oder der Museumsnacht sowie das Gießen des „Kielfisches“ machten sich mit wieder größerem Interesse bezahlt. Sönke Petersen verschweigt aber auch nicht, dass zu acht von insgesamt 20 sonntäglichen „normalen Öffnungszeiten“ weniger als zehn Besucher kamen.

 Auch 2014 wird wieder ein vielfältiges und interessantes Sonderprogramm geboten. Das geht zu Ostern los mit dem „Schokoguss“ für Kinder. Den Tag der Arbeit am 1. Mai gestalten Schauspieler des Werftparktheaters mit Geschichten, Gedichten, Liedern und Musik um das Thema „Arbeit und Vergnügen auf See“. Das Museum ist bis Ende Oktober jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet zwei Euro, ermäßigt einen Euro.