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Kiel Schleusentor wird vermessen
Kiel Schleusentor wird vermessen
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06:02 23.05.2018
Von Frank Behling
Das defekte Schleusentor wurde bei German Naval Yards im Trockendock wieder zusammengesetzt. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Drei Monate ist es her, dass der Frachter „Akacia“ den bis dahin schwersten Schaden an einem Schleusentor des Nord-Ostsee-Kanals verursacht hat. Er summiert sich auf weit über 20 Millionen Euro – wenn das Tor überhaupt noch repariert werden kann. „Diese Frage muss jetzt geklärt werden. Von der Untersuchung hängt ab, wie es mit dem Tor weitergeht“, sagt Matthias Visser, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau.

Für die Bergung war das Schleusentor in zwei Hälften geschnitten und am Osterwochenende mit dem Schwimmkran „Matador 3“ geborgen worden. In einem Stück konnte das Tor nicht mehr aus der Torbahn 1 gehoben werden, da fünf der 16 Ballasttanks vom Bug der „Akacia“ beschädigt worden waren. Nach der Bergung waren die beiden Hälften des rund 1000 Tonnen schweren Schleusentores zur Werft German Naval Yards nach Kiel-Gaarden gebracht worden.

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Das Schleusentor wird jetzt eingerüstet, um mit der Reinigung des Bauwerks beginnen zu können. „Muscheln, Sand und Sediment müssen raus“, so Visser. Da es sich dabei um Sondermüll handelt, muss das Tor aus Umweltschutzgründen komplett umschlossen werden. Wenn das Tor gereinigt wurde, kann mit der Überprüfung begonnen werden. „Dann wird das Tor vermessen. Dabei sehen wir, wie groß der Schaden tatsächlich ist“, erklärt Visser.

Bereits jetzt ist klar, dass eine Reparatur mindestens ein Jahr dauern würde. „Wir sind aber weiterhin fest entschlossen, schnellstmöglich wieder ein zweites Reservetor zu haben“, sagt Visser. Seit dem Einbau des einen Ersatztores liegt nur noch ein Tor in Bereitschaft. Der Einsatz eines der beiden Reservetore aus Brunsbüttel funktioniert in Kiel nicht, da die Tore unterschiedlich schwer sind und unterschiedliche Antriebe haben.

Der Unglücks-Frachter „Akacia“ liegt übrigens auch weiterhin im Dock. Bei der Hamburger Norderwerft wurde der für den Unfall verantwortliche Verstellpropeller ausgebaut und zur Untersuchung zerlegt. Wann das Schiff wieder in Fahrt kommt, ist noch offen.

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