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Kiel Der Kampf ums Rathaus hat begonnen
Kiel Der Kampf ums Rathaus hat begonnen
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16:03 12.07.2012
Von Martina Drexler
Der Kampf ums Kieler Rathaus hat in der SPD begonnen. Zwei Frauen kandidieren für das Amt des Oberbürgermeisters. Quelle: Frank Peter
Kiel

Bis Mittwoch konnte sich die „Zeit“-Kolumnistin Susanne Gaschke (45) gute Chancen ausrechnen, in der roten Hochburg Kiel als bisher einzige SPD-Bewerberin ins Rathaus einziehen zu können. Denn die Bewerbungsfrist läuft am Sonnabend aus. Doch mit der überraschenden Kandidatur Manuela Söller-Winklers (50), Landeswahlleiterin und Leiterin der Kommunalabteilung im Innenministerium, erwächst Susanne Gaschke, Frau des Kieler SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels, parteiintern eine ernstzunehmende Konkurrenz um die Nachfolge von Torsten Albig.

Für die Kieler SPD steckt die Suche nach Oberbürgermeister-Kandidaten voller Überraschungen. Zum ersten Mal treten mit Susanne Gaschke und Manuela Söller-Winkler zwei Frauen gegeneinander an. Es wird spannend am 11. August, wenn die Partei ihre Kandidatin kürt.

Während ihres Promotionsstudiums in Kiel (Anglistik, Öffentliches Recht und Pädagogik) war Susanne Gaschke als Juso-Mitglied AStA-Vorsitzende. Als politische Schwerpunkte bezeichnet sie „Sozialpolitik und Bürgerbeteiligung“. Das Amt der Oberbürgermeisterin begreift sie politisch: „Es geht darum, wie sehr wir unsere Stadt gestalten, wie viel Heimat wir sein wollen“.

Anders dagegen die Juristin Manuela Söller-Winkler: Sie wirft in ihrer Bewerbung immer wieder ihre 20 Jahre Kommunalerfahrung unter politisch wechselnden Mehrheiten im Land in die Waagschale. Mit Albig als Oberbürgermeister lag die Frau des Kieler Marine-Sprechers Achim Winkler häufiger wegen der schwierigen Haushaltslage der Stadt über Kreuz, suchte dabei den „offenen sachlichen Dialog“. Die Haushaltskonsolidierung rangiert für sie neben Energiewende, Bildungschancen und Teilhabe ganz oben.

Innerhalb der SPD hat Söller-Winkler prominente Fürsprecher. Für Albig ist sie die profilierteste Frau Norddeutschlands in Sachen kommunaler Verwaltung. Ihr jetziger Chef, Innenminister Andreas Breitner, traut ihr zu, „eine fachlich hochkompetente und bürgernahe Verwaltungschefin zu sein“.

Das letzte Wort aber hat die Kreispartei: Eine Mitgliederversammlung entscheidet nach zwei öffentlichen Vorstellungsrunden Anfang August endgültig am 11. August, wen sie für die Oberbürgermeister-Direktwahl am 28. Oktober ins Rennen schickt.

Aus der CDU, die mit Angelika Volquartz von 2003 bis 2009 die Oberbürgermeisterin stellte, hat bisher nur Ex-Stadtrat Gert Meyer seine Bereitschaft zu einer Kandidatur bekundet.

Die Kieler müssen den Oberbürgermeister neu wählen, weil der ab 2009 amtierende und inzwischen zum Ministerpräsidenten gewählte Torsten Albig in die Landespolitik gewechselt war.