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Kiel Die Signale stehen auf Umbau
Kiel Die Signale stehen auf Umbau
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07:00 19.05.2014
Von Günter Schellhase
Hinter dem Info-Point wird eine Eisdiele gebaut. Quelle: eis
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Kiel

Die Bautätigkeit stößt bei den Grünen im Rathaus nach wie vor auf Kritik. „Ich kann ja verstehen, dass die Bahn Gewinnmaximierung betreibt. Der Entreé zur Stadt wird aber dadurch nur hässlich“, erklärte Grünen-Ratsherr Arne Langniß im jüngsten Bauausschuss. Besonders die Bahnhofshalle verliere an Großzügigkeit, wenn alles dicht gebaut werde. Der baupolitische Sprecher der Grünen befürchtet zudem, dass die Ladenzeile im Inneren um eine Etage aufgestockt wird. „Und durch den geplanten Windschutz vor der Bäckerei verliert auch der Außenbereich an Klarheit.“

 Bereits im Sanierungskonzept vor etwa zehn Jahren hatte die Bahn vorgesehen, dass sich hinter dem Infotresen ein Gastronomiebetrieb ansiedeln kann. „Bis zu diesem Jahr wurde dort Eis aus einem Wagen heraus verkauft, jetzt soll dort ein Pavillon mit einer Grundfläche von vier mal acht Metern entstehen“, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Darin soll es einen Verkaufstresen geben und einige Sitze, auf denen die Besucher ihr Eis schlecken können. „Aufgestockt wird im Inneren aber nicht“, betonte Meyer-Lovis.

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 Derartige Vorhaben muss die Untere Denkmalschutzbehörde genehmigen, weil der Bahnhof bis zum Umbau unter Denkmalschutz stand, jetzt aber nur noch Teile des Gebäudes. „Gegen den Eispavillon hatten wir keine Einwände und haben zugestimmt“, sagte Birgit Kulgemeyer vom Amt für Bauordnung, in dem sich eine Abteilung um die Denkmalsbelange kümmert. Verhindern wollte die Verwaltung hingegen den Wintergarten vor der Bäckerei.

 Der Pächter will seinen Gästen ein ansprechendes Ambiente bieten. „Zudem haben wir Probleme mit Vandalismus. Ich musste stämdig Tische und Stühle nachkaufen“, sagte Bastian Bargfrede. Mit dem Wintergarten möchte er zudem verhindern, dass ungebetene Gäste aus der Trinkerszene hier Platz nehmen. Da die Stadt den nach oben offenen Glaskasten nicht genehmigen wollte, zog die Allwörden-Kette vor Gericht.

 Die Begründung des Urteils liegt noch nicht vor. Sinngemäß befanden der Richter aber, dass seit der Sanierung Teile des Bahnhofs nicht mehr unter Denkmalschutz stehen, wie auch der neugestaltete Wandelgang. Somit könne die Bäckerei dort ihren Wintergarten bauen. Dass die Stadt dies versagte habe, sei rechtswidrig. „Uns sind hier deutlich die Grenzen des Denkmalschutzrechtes aufgezeigt worden“, sagte Kulgemeyer.

 Die Gestaltung des Bahnhofs ist auch für die Bundespolizei ein Thema. „Wir sind aber nur beratend tätig“, sagte Sprecher Gerhard Stelke. Wenn Problemfans zu Fußballspielen anreisten, würde die Bundespolizei weiterhin weiträumig absperren. „Wenn der Eisladen davon betroffen ist, musst der Pächter damit leben, dass er zu der Zeit keinen Umsatz machen kann.“