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Kiel Das Sahnestück am Schwentineufer
Kiel Das Sahnestück am Schwentineufer
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15:30 16.08.2019
Von Karin Jordt
Die Markthalle an der Wasserkante wird saniert und bekommt eine neue Fassade. Matthias Treu vom Aufsichtsrat, Projektmanagerin Verena Kurz, ZTS-Geschäftsführer Ingo Lübben und Oliver Wehner, technischer Leiter (von links) machen den Seefischmarkt fit für die Zukunft. Quelle: Karin Jordt
Kiel

Gleichzeitig ist das Gelände an der Schwentinemündung auch für die Öffentlichkeit attraktiver geworden und bietet einen imposanten Ausblick auf die Förde und den Sporthafen. „Maritime Technik hat an Bedeutung gewonnen“, betont Ingo Lübben, neuer Geschäftsführer des Zentrums für maritime Technologie und Seefischmarkt ZTS Grundstückverwaltung GmbH. Er ist Nachfolger von Rainer Morawetz, der in den Ruhestand verabschiedet wurde. Die alte Markthalle, in der früher die Fischhändler ihre lautstarken Auktionen veranstalteten, hat bereits neue Türen und Treppenhäuser mit Aufzügen bekommen. Zurzeit wird die Fassade renoviert, dabei gab es etliche Überraschungen. 

Mauern werden stückweise abgetragen

„Wenn man einen Stein wegnimmt, sieht man weitere Schäden“, berichtet Lübben. So habe man festgestellt, dass auch das Hintermauerwerk sanierungsbedürftig sei. Die Mauern müsse man stückweise abtragen und wieder aufbauen. Die Investitionen für den Bauabschnitt betragen nach seinen Angaben rund 300 000 Euro. Die Arbeiten würden voraussichtlich bis zum kommenden Jahr dauern. Dann werde auch der große Schriftzug „Fischmarkt“ wieder an der Südwestseite des Hauses angebracht. „Unser Ziel ist, dort auch ein Restaurant mit einer maritimen Speisekarte zu haben“, sagte der Geschäftsführer – mit „hoher Aufenthaltsqualität“ an der Wasserkante.

ZTS hat Verwaltung des Yachthafens übernommen

Die ZTS hat als Eigner seit Jahresbeginn auch die Verwaltung des Yachthafens Schwentinemünde übernommen und nimmt Anträge für die 72 Liegeplätze an beiden Bootsstegen entgegen. Auch bei den Mietern gibt es einige Veränderungen. So wird die renommierte Gebr. Schröder GmbH, die Scheren der Marke „Original-Löwe“ fertigt und weltweit exportiert, wie berichtet in diesen Tagen nach Flintbek umziehen. Das 1923 gegründete Unternehmen hat seit 1983 Scheren für Industrie und Handwerk in der Markthalle hergestellt.

Osteolabs zieht in die Markthalle ein

Als Neuzugang wird im Herbst dieses Jahres die Osteolabs GmbH auf 130 Quadratmetern als Mieter in die Markthalle einziehen, wie Lübben ankündigt. Das Labor ist eine Ausgründung aus dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. Das Spin-Off hat sich auf die Früherkennung von Osteoporose spezialisiert, indem eine Analysemethode für Kalzium-Isotope verwendet wird, die nur Urin oder Blut für die Untersuchung benötigt. Dadurch kann Knochenschwund wesentlich früher als mit herkömmlichen Methoden erkannt und im Krankheitsfall auch der Therapieerfolg gemessen werden. Dieser Test wurde von einem Forscherteam von Geomar mit Medizinern des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein entwickelt.

Zamek-Produktion läuft weiter

Während des Umbaus läuft auch bei der Zamek Frischdienst GmbH die Produktion in der Markthalle weiter. Kunden können hier direkt vor Ort einkaufen und aus einer riesigen Auswahl an frisch hergestellten Salaten, Fisch- und Wurstspezialitäten, Dressings und Desserts wählen. Weitere Mieter auf dem Seefischmarkt sind Behörden, Firmen der Fischwirtschaft, Bildungseinrichtungen, das Sozialzentrum Ost, das Jobcenter, Unternehmen der maritimen Wirtschaft und Technologie, Ateliers, Medien und ein Partyservice. Auch das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung nutzt mehrere Gebäude. Die neue Salzhalle beherbergt unter anderem eine Probebühne des Theaters Kiel mit Galerie und Konferenzräume für alle Mieter. Das Gebäude aus dem Jahr 2012 ist immer noch von einem Gerüst umgeben, weil ein Rechtsstreit läuft. Doch Lübben möchte dazu nichts sagen: „Wir befinden uns in einem laufenden Verfahren.“ Bereits sein Vorgänger Morawetz hatte berichtet, dass das Dach und die Fassade Probleme bereiteten und Feuchtigkeit in den Neubau eindringe.

Strategieworkshop für weitere Ideen

Trotz der Sorgen um die Salzhalle ist Geschäftsführer Lübben insgesamt zufrieden mit der Entwicklung. Die ZTS verwaltet Grundstücke mit 15 Gebäuden auf insgesamt etwa sieben Hektar an der Wischhofstraße und am Gaardener Ring. Leerstände gebe es kaum, „aber wir versuchen, bei jedem Umbau neue Flächen zu generieren“, erklärt Lübben. Auch Matthias Treu, Vorsitzender des Aufsichtsrates, ist gespannt auf die Entwicklung: „Im September werden wir auf einem Strategieworkshop weitere Ideen sammeln.“

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Seefischmarkt im Wandel der Zeit

Fischkutter und Hafenkonzert – das war einmal. Zwar ist die Fischwirtschaft immer noch auf dem Seefischmarkt vertreten, doch längst haben wissenschaftliche Einrichtungen und eine bunte Mischung von Unternehmen und Einrichtungen das Gelände erobert. Die Kieler Seefischmarkt GmbH wurde am 6. März 1948 in Wellingdorf gegründet mit den Gesellschaftern Stadt Kiel (52 Prozent) und Land Schleswig-Holstein (48 Prozent). Ziel war, das Fischereihafengelände an der Wischhofstraße zu verwalten sowie für reibungslose Anlandungen und den Absatz von Fisch zu sorgen, was in den 1970er-Jahren zunehmend schwieriger wurde. 

1990 verkaufte der Seefischmarkt den östlichen Teil des Grundstücks an das Land. Dort entstand das Forschungszentrum Geomar, das 1996 bezogen wurde. 

Weil sich der Seefischmarkt immer mehr von dem ursprünglichen Ziel entfernte, wurde der Gesellschaftsvertrag 1993 neu formuliert: Aus der Seefischmarkt GmbH wurde die ZTS mit der Aufgabe, wissenschaftliche und technische Unternehmen anzusiedeln und die gesellschaftseigenen Häuser und Grundstücke zu vermieten und zu verwalten. Gleichzeitig wurde das Gelände mehr und mehr für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 2016 wurden zwei alte Gebäude an der Wasserkante abgerissen, um Platz zu schaffen für den Erweiterungsbau von Geomar. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant.

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