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Kiel Alles nur eine Frage der Technik
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09:08 03.12.2019
Von Marc R. Hofmann
Immer noch mit Begeisterung dabei (v.li.): Gert Fürtges, Marco Büßinger, Patrick Lauf, Horst Diez, Werner Riechling, Florian Küchler, Kurt-Werner Blechschmidt und Rolf Eppendorfer (mit Kugel) auf der Kegelbahn im Hotel Reimers in Elmschenhagen. Quelle: Sven Janssen
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Finger am Schwamm anfeuchten, Kugel bis zum Kinn führen, kurz verharren und dann gezielten Schrittes auf die Bahn zulaufen: Mit einem deutlich vernehmbaren „Rumms“ knallt die Kugel des 42-jährigen Florian Küchler wenig später auf die Bahn und räumt acht Kegel ab. Nun ist Club-Kollege Werner Riechling dran. Der 70-Jährige nimmt die Kugel nur hüfthoch, wirft, trifft ebenfalls acht Kegel. Andere Technik, gleiches Ergebnis. Seit 1919 wird unter Freunden im Wiker Kegel-Club „Wanderkugelin Kiel gespielt, Treffpunkt ist mittlerweile die Bahn im Hotel Reimers in Elmschenhagen.

„Beim Kegeln kommt es auf die Technik und nicht das Alter an“, sagt Präsident Rolf Eppendorfer. Seit 100 Jahren gibt es die „Wanderkugel“, mehr als die Hälfte dieser Zeit hat Eppendorfer begleitet. „Ich bin seit 1962 dabei und habe nie darüber nachgedacht, auszutreten“, sagt er.

Drei Wirtsleute gehörten zu den Gründern

Der Präsident erklärt die Umstände, denen der Club seinen Namen zu verdanken hat: „Unter den Gründern waren die Wirtsleute des Hotels Zur Linde, der Wiker Post und der Waldschänke, die alle eine eigene Bahn hatten.“

Inzwischen ist der Club seit drei Jahren in Elmschenhagen heimisch. Doch was zeichnet die Vereinigung aus, die sich seit einem Jahrhundert trifft und doch nie ins Vereinsregister eingetragen wurde?

Kegeln ist Anlass für gesellige Stunden

Gert Fürtges sagt: „Wir sind keine Profi-Kegler.“ Zeit zum Schnacken und das gesellige Beisammensein stehen bei den derzeit elf Mitgliedern im Alter von 40 bis 85 Jahren im Fokus. Sie diskutieren über Sport (vor allem Fuß- und Handball) und Politik (CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer kommt an diesem Abend schlecht weg). Einen Trainingsanzug gibt es nicht, zwei Mitglieder spielen aus gesundheitlichen Gründen nicht mit. „Dabei bin ich aber trotzdem immer“, sagt Präsident Eppendorfer, der selbst zu den Ruheständlern zählt. Das Hobby aufgeben und sich einfach nur so zu treffen, das kommt für die Mitglieder trotzdem nicht in Betracht.

Über das Kegeln wird penibel Buch geführt, bei jedem Treffen werden Nadeln für die treffsichersten Kegelbrüder vergeben. Wer über das Jahr am besten spielt, bekommt beim gemeinsamen Karpfenessen kurz vor Weihnachten den Pokal. „Wer drei Jahre in Folge oder insgesamt fünfmal gewinnt, darf ihn behalten“, sagt Eppendorfer. Er selbst nahm die Trophäe achtmal mit nach Hause.

Männer bleiben am liebsten unter sich

Außerdem steht einmal im Jahr ein Wochenendausflug und Spargelessen im Mai an. Während die Frauen bei den Ausflügen gern gesehene Gäste sind, bleiben die Männer beim Kegeln am liebsten unter sich. 250 Euro kostet die Mitgliedschaft im Jahr, davon werden die Bahnmiete und die Ausflüge bezahlt.

„Vor etwa 40 Jahren haben wir einmal unsere Frauen zu den Spielen eingeladen. Die haben Häkelsachen mitgebracht“, sagt Fürtges. Zu viel für die Männer. Einen neuen Versuch, weibliche Mitglieder für den geselligen Sport zu begeistern, gab es seither nicht. Vor ein paar Jahren sprachen sie dann die Söhne der Kegelbrüder an. Werner Riechling: „Daraufhin haben wir vier neue Mitglieder bekommen.“

Club sucht neue Mitglieder

Florian Küchler sagt, obwohl er mit Anfang 40 zu den jüngeren gehört: „Ändern soll sich hier nichts.“ Ob er indes so lang bleibt wie die Vätergeneration, ist fraglich. Küchler wohnt wie weitere Mitglieder nicht mehr in Kiel, muss extra für den Kegelabend in die Stadt fahren. Die Gefahr des Aussterbens für den liebenswert aus der Zeit gefallenen Dino-Club ist noch nicht ganz gebannt.

Wer zum Erhalt des Vereins beitragen möchte, erreicht Kurt-Werner Blechschmidt unter Telefon 0431/711532.

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