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Kiel Der große Glühwein-Test
Kiel Der große Glühwein-Test
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08:45 06.12.2014
Von Imke Schröder
Ilmar Leimann, Pizet Vöö, Anne Alliksoo und Jaak Jarva (von links) haben die Reise aus Estland auf sich genommen, um auf dem Kieler Weihnachtsmarkt zu arbeiten. Quelle: Patrick Nawe
Kiel

Und hier kommen die Ergebnisse:

1. Weinhaus Bröse

Auf der Suche nach einem „Heißen Traum“? Dann ab zum Stand von Weinhaus Bröse. Seit 2003 ist der Stand der Weinhandlung an der Seite der Fußgängerzone zu finden, schon von weitem erkennbar an den roten Lichterketten. „Wir lassen unseren Glühwein nach eigenen Vorgaben anfertigen und stehen für gute Qualität und gute Zutaten“, sagt Alexander Sporleder, Betriebsleiter des Weihnachtsmarkt-Stands. Familie Bröse ist in vierter Generation in der Weinbranche tätig – und den Wein, den schmeckt man auch. Der Klassiker ist „Bröses Elch-Punsch“: kein typischer Glühwein-Geschmack, der Rotwein steht klar im Vordergrund, abgerundet mit weihnachtlichen Gewürzen. Könnte noch weihnachtlicher sein. Die Temperatur ist angenehm, schön warm, und der Preis mit zwei Euro ohne und drei Euro mit Schuss vollkommen in Ordnung. Sporleders Geheimtipp: der alkoholfreie Cranberry-Punsch. „Der ist nicht so süß und mit Orange. Sehr lecker. Und wer mag, bekommt ihn auch mit Schuss.“

Geschmack OOO

Wärme OOOO

Preis OOOO

 

2. Fischbar und Extrawürste 56

„Wir legen viel Wert auf Regionalität und Qualität. Und wir haben ein hohes Style-Empfinden“, sagt Daniel Gieseler, Chef der Fischbar. Er steht selbst täglich hinterm Tresen, der ganze Stand ist von ihm handgezimmert, fast wie ein zweites Zuhause. Und das im wahrsten Sinne: „Mir ist diese Woche meine ganze Wohnung abgebrannt, ich habe nur noch das, was ich am Leib trage. Da hilft nur noch Glühwein“, sagt der 34-Jährige mit Galgenhumor. Zum zweiten Mal steht der Gemeinschaftsstand von Fischbar und Extrawürste 56 an der Fußgängerzone und bietet neben rotem und weißem Glühwein sowie Kinderpunsch auch nur eine Sorte Schuss an: Johannsen-Rum aus Flensburg. Der weiße Hauswein der Fischbar wird mit Bratapfel-Zimt-Geschmack versetzt, der rote Hauswein der Extrawürste wird zum Schlehen-Glühwein – beides für 2,50 Euro pro Becher, mit Schuss für 3 Euro. Der Geheimtipp vom Chef ist aber nicht zum Trinken: Festtagsfischbrötchen mit Pflaumen-Zimt-Chutney und Weihnachtskochwurst.

Geschmack OOOOO

Wärme OOOO

Preis OOO

 

3. Familie Schütt

Der vermutlich größte Stand befindet sich am Ende des Kieler Weihnachtsmarktes: Seit neun Jahren gestaltet Familie Schütt den Platz rund um den Brunnen – und platziert mit einer Spezialkonstruktion den Stand direkt darauf. „Nach der Kieler Woche ist vor dem Weihnachtsmarkt“, sagt Kai Schütt. Ab Juli wird gemeinsam mit den vier Brüdern probiert und getestet, ein kräftiger Rotwein dient als Basis, die Geheimrezeptur wird natürlich nicht verraten. Ab 9 Uhr morgens ist der 50-jährige Chef am Stand, schenkt Getränke aus der umfangreichen Karte aus – und genießt es, jeden Tag das Gefühl von Weihnachten zu haben. Das Ganze sei positiver Stress: „Bis Heiligabend nehme ich vier bis fünf Kilo ab – obwohl ich doch immer mit einer Marzipanschokolade in den Tag starte.“ Zwei Euro kostet der rote Glühwein, mit Schuss drei Euro bis 3,50 Euro. Schnaps und Becher werden vorgewärmt, damit der Glühwein nicht zu schnell abkühlt – aber an ganz kalten Tagen hilft das leider auch nicht. Der Glühwein ist aromatisch und würzig, und die große Karte lädt zu einem weiteren Test ein. Geheimtipp vom Chef: Captains Punsch, Punsch des Jahres mit rotem Glühwein, und Captain Morgan für 3,50 Euro.

Geschmack OOOO

Wärme OOO

Preis OOOO

4. Tallinn-Stand

Der Tallinn-Stand ist auf dem Kieler Weihnachtsmarkt ein Klassiker. Lange Reihen von Kieler Punschbechern reihen sich im Stand entlang, in klassisch nordischen Strickpullovern stehen die Mitarbeiter hinterm Tresen – charmanter Akzent inklusive. Seit über 20 Jahren stehen die Esten auf dem Markt in der äußersten Reihe Richtung Andreas-Gayk-Straße, und es hat sich herumgesprochen, dass hier ordentlich Schuss ausgeschenkt wird – daher rührt vermutlich auch der Preis von stattlichen 3 Euro ohne und 4 Euro mit Schuss. Die Studentin Anne Alliksoo steht bereits zum vierten Mal hinterm Tresen. „Es ist schön, dass in Kiel so viele Einheimische auf dem Markt unterwegs sind und so gute Laune haben – das ist in Tallinn anders.“ Der Glühwein wird in Estland aus Beeren hergestellt, was man lecker-fruchtig herausschmeckt. Richtig heiß ist er aber leider nicht. Annes Geheimtipp: Glühwein mit „Alter Tallinn“, einem typisch estnischen Traditionsschnaps.

Geschmack OOOO

Wärme OOO

Preis OO

 

5. Firma Jürgen Dohrn

Auf dem Asmus-Bremer-Platz hat die Firma Jürgen Dohrn ihr Zuhause – seit 42 Jahren ist die Familie mit dabei, schon der Großvater von Jürgen Dohrn baute seine Stände auf der Kieler Woche auf. Anders als die anderen Stände schenken Dagmar Dohrn und ihre Mitarbeiter ihren Glühwein bis zum 31. Dezember aus. Den Wein als Basis bekommen sie geliefert, dann mischen sie ihren eigenen Punsch zusammen. „Dazu gehört auf jeden Fall Frucht – und uns schmeckt das mit Ananas am besten“, verrät die 49-Jährige. „Aber bei unserem Eierpunsch warnen wir die Autofahrer, der hat es ordentlich in sich.“ In Weihnachtsstimmung kommt Familie Dohrn erst am 24. Dezember, wenn der Stand um 14 Uhr schließt. „Dann fahren wir zu Freunden, die einen Baum haben – wir haben nämlich nichts zu Hause, weil wir in der Adventszeit schlichtweg nicht daheim sind.“ Der Punsch ist hier schön heiß, der Geschmack nicht ganz so weihnachtlich, der Preis mit 2 Euro aber super. Geheimtipp der Chefin: ihr weißer Punsch, der leichter und fruchtiger schmeckt.

Geschmack OOO

Wärme OOOOO

Preis OOOO

 

 

O = geht gar nicht

OO = naja ...

OOO = voll in Ordnung

OOOO = richtig gut

OOOOO = einfach super