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Kiel Der Nacktradler ist jetzt weltberühmt
Kiel Der Nacktradler ist jetzt weltberühmt
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06:59 31.07.2018
Von Alev Doğan
Pressehäuser rund um den Globus berichteten vom Kieler Flitzer: sozcu.com, dw.com/ar, nouvelles-du-monde.com, sputniknews.com, nationalheraldindia.com, international.sindonews.com, road.cc, echo24.cz Quelle: Grafik: Lina Schlappkohl
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Kiel

Wer ist der Mann, der um 23.14 Uhr nur mit Socken und Schuhen bekleidet auf dem Zweirad durch die 30er-Zone brettert – und wie kam es zu der Freikörper-Fahrt?

Die Meldung des Kieler Flitzers entwickelte sich mitsamt des dazugehörigen Fotos zu einer dieser besonders sonderbaren Meldungen, die es nur in einem Sommerloch zu geben scheint. Ob es an der Hitze liegt, die zu Kopfe steigt, oder an der urlaubsbedingten Freizeit, die Zeit schafft für allerlei Blödsinn – man weiß es nicht.

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Doch allein auf Facebook wurde der Beitrag der Kieler Nachrichten über den nackten Flitzer rund 250 Mal geteilt, über tausend Mal geliked und mehr als 700 Mal kommentiert. Die Kommentare gleichen einer Art Heldenverehrung auf der einen Seite, einem wilden Ratespiel, wer die Person auf dem Fahrrad ist, auf der anderen Seite.

Junggesellenabschied, ein Cocktail zu viel oder doch "Velophilie"?

Viele denken an eine Wette, die verloren wurde, andere an „das ultimative Schlussdokument für den Ausklang des letzten Abends als Junggeselle“. Eine nächtliche Fahrt zur Tankstelle wird ebenso diskutiert wie die spontane Lust auf ein spätabendliches Traningsprogramm. Wieder andere glauben, dass es schlicht ein Cocktail zu viel war und ein User denkt an „Velophilie“: Hinter dem Begriff steht die neue Etikettierung leidenschaftlicher Fahrrad-Enthusiasten. Nur dass beim Kieler Spezialfall noch ein leidenschaftlicher Nacktheits-Enthusiasmus hinzu zu kommen scheint.

Anhaltspunkte, wer die Person ist, hat die Stadt Kiel weiterhin nicht und plant trotz der allgemeinen Neugier auch keine öffentliche Fahndung. „Dies würde zu große personelle und materielle Ressourcen binden und überhaupt nicht im Verhältnis zu dieser Ordnungswidrigkeit stehen“, sagte Max Keldenich vom Kieler Presseamt.

Straßenverkehrsordnung gilt auch für Radfahrer

Eigentlich müsste der Mann wegen zu schnellen Fahrens ein Verwarnungsgeld von 25 Euro zahlen. Denn auch Fahrräder sind Fahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung, und Geschwindigkeitsregeln gelten für Fahrzeuge – nicht nur für Kraftfahrzeuge. Doch ohne Kennzeichen weiß die Bußgeldstelle nicht, wohin sie den Strafzettel schicken könnte.

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