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Kiel Mut-Mach-Tour startete an der Kiellinie
Kiel Mut-Mach-Tour startete an der Kiellinie
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09:17 19.08.2019
Von Karina Dreyer
Die 27. Regenbogenfahrt der Deutschen Kinderkrebsstiftung (DKS) startete am Sonntag von der Kiellinie aus. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Bei der einwöchigen Radtour geht es nicht darum, Spenden zu sammeln, sondern um Kraft zu spenden. Sechs Kliniken und ein Reha-Zentrum steuern sie auf ihrem Weg über Hamburg, Lübeck, Schwerin, Wismar, Rostock und Stralsund nach Greifswald an. „Wir möchten krebskranke Kinder besuchen, ihnen Kraft schenken und zeigen, dass wir es geschafft haben und sie das auch können“, sagte Rebecca Rieß. Die 32-Jährige erkrankte 2008 an Lymphdrüsenkrebs und wurde acht Monate lang mit einer Chemotherapie behandelt. „Ich bin dank der Medizin geheilt. Diese Zeit hat mich positiv verändert und gestärkt“, sagt sie. Um das zu zeigen, beteiligt sie sich nun zum siebten Mal an der Mut-Mach-Tour.

Radfahrer kommen aus ganz Deutschland

Alle Radfahrer sind über 18 Jahre alt und kommen aus ganz Deutschland. Darunter sind auch Teilnehmer, bei denen die Folgen ihrer Erkrankung sichtbar sind. „Sie haben eine Beinamputation oder eine Hirntumor-Operation hinter sich und fahren trotzdem Rad“, sagte Martin Schrappe, Leiter der Kieler Uni-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Etwa 100 Neuerkrankungen gibt es jährlich bei jungen Menschen, in zwei Kliniken in Schleswig-Holstein werden sie behandelt. „Bei Kindern und Jugendlichen gibt es andere Krebsarten als bei Erwachsenen, sie sind meist lebensbedrohlich. Aber wenn man die Krankheiten eingefangen hat, sind die Heilungschancen besser als bei Erwachsenen“, sagt er. Die Besuche der Radler seien sehr wichtig für die jungen Patienten, um „Hoffnung zu generieren“. Immer wieder sei er darüber erstaunt und erfreut, wie sie nach einer solchen Erkrankung an Selbstwertgefühl gewonnen haben.

Sportliche Höchstleistungen sind möglich

Doch nicht nur den jungen Patienten soll mit der Tour Mut geschenkt werden, auch die Angehörigen und die Öffentlichkeit sollen sehen, dass nach einer Krebserkrankung sportliche Höchstleistungen möglich sind. Bernd Kruse, Vorsitzender des Kieler Förderkreises krebskranker Kinder und Jugendlicher, freut sich, dass die Tour zum dritten Mal von Kiel aus startet. „Sie zeigen damit den Eltern, dass es nach der Erkrankung weiter geht“, sagt er. Nachdem seine Tochter 1988 an Krebs erkrankte und nach fünf Jahren Therapie geheilt war, ist er im Förderkreis aktiv. Die Kieler gehören zu den 76 Elternvereinen des Dachverbandes, die Deutsche Kinderkrebsstiftung mit Sitz in Bonn.

Erste Regenbogenfahrt startete mit 17 Teilnehmern

Erstmals wurde die Regenbogenfahrt 1993 in Hannover gestartet. Die Wegstrecke führte die 17 jungen Teilnehmer damals unter dem Motto „Fahrt auf dem Regenbogen – für Hoffnung auf Heilung bei Krebs“ von der niedersächsischen Landeshauptstadt nach Dresden. Den Startschuss für die Tour gab gestern Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der die Gruppe zwei Kilometer lang begleitete. Kiel eigne sich bestens für einen Start, „weil wir hier tolle Kliniken und Ärzte haben und Kiel eine begeisterte Sport- und Fahrradstadt ist“, sagte er. Zudem kenne die Stadt schwere Zeiten und würde sich auch nie unterkriegen lassen. 

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