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Kiel Die Fronten in Kiel sind geklärt
Kiel Die Fronten in Kiel sind geklärt
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12:00 18.06.2019
Von Michael Kluth
Blick auf das Kieler Rathaus. Am 27. Oktober geht es darum, wer hier Hausherr bleibt oder wird. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

KN-online sprach mit den Kieler Parteichefs über die Lage nach den Parteitagen der CDU, der Grünen und der Linken vom Wochenende.

Kieler SPD-Chefin setzt auf "große Mehrheit" für Ulf Kämpfer

Gesine Stück setzt darauf, „dass wir eine große Mehrheit erringen“. Die SPD-Kreisvorsitzende findet es gut, dass ihr Kandidat Ulf Kämpfer nach der Unterstützung des SSW nun auch die der Grünen sicher hat. Auch der SPD sei Klimaschutz wichtig, sagte sie, allerdings mit sozialem Anspruch. Stück: „Wir sind nicht die zweiten Grünen.“ Unter den Gegenkandidaten „fürchten wir überhaupt keinen“, sagte Stück. Der Linke Björn Thoroe sei in Kiel „fast ein bisschen bekannter als der CDU-Kandidat“, stichelte sie.

Kieler CDU-Chef geht mit neuem Mut in den Wahlkampf

Mit Andreas Ellendt ist CDU-Chef Thomas Stritzl indes hochzufrieden. Der habe „Ahnung von Kiel und Einfühlungsvermögen“, sei „leise im Ton, aber themensicher“, sagte Stritzl. „Das macht mir schon Mut.“ Über die Grünen wunderte er sich: „Die haben das Thema Klimaschutz geschickt besetzt – und jetzt machen sie kein personelles Angebot? Jetzt soll Kämpfer ihr bester Mann sein?“ Die Grünen setzten „ein Zeichen der Politikverdrossenheit“. Stritzl zollte der Linken Respekt: „Die zeigen Flagge. Hut ab!“ 

Die Kieler Linke strebt "mindestens Platz zwei" an

Uli Schippels kann das Kompliment nicht zurückgeben. Der Kreisvorsitzende der Linken findet, die CDU habe mit Ellendt „einen Zählkandidaten aufgestellt“. Schippels setzt für die OB-Wahl nun „mindestens auf Platz zwei“ und hofft, Kämpfer mit Thoroe in die Stichwahl zu zwingen. Der Bitte des Satire-Kandidaten Wrobel um Unterstützung der Linken erteilte Schippels eine Absage. Dazu sei die Lage in Kiel mit Wohnungsnot, Kinderarmut und Sanierungsstau bei Schulen und Kitas zu ernst.

Die satirische "Partei" in Kiel spottet wie eh und je

Die „Partei“ indes spottet. „Schön, dass die Grünen eingesehen haben, dass ihr Kandidat nicht der Richtige ist“, sagte der Kreisvorsitzende Jens Wemhöner. „Das schafft mehr Redezeit für Florian Wrobel.“ Da die Linke Thoroe noch nicht offiziell nominiert habe, biete die „Partei“ derzeit „die einzige Alternative außerhalb der GroKo“. Er erwarte „ein noch besseres Ergebnis als bei der Europawahl“. Da hatte die „Partei“ in Kiel 4,6 Prozent erreicht und „in unserem „Epi-Zentrum Gaarden“ sogar 10,1 Prozent abgeräumt.

Kieler Grünen-Chefin setzt auf Inhalte und den "rot-grünen Kandidaten"

Die grüne Kreissprecherin Swaantje Bennecke registrierte grüne Anteile bei allen vier Kandidaten. „Grüne Themen sind in der Gesellschaft angekommen“, schloss sie daraus. „Das freut uns, es geht ja um die Sache.“ Zur Person sagte sie: „Ulf Kämpfer ist in unseren Augen ein rot-grüner Kandidat. Wir würden ihn nicht unterstützen, wenn wir nicht überzeugt wären, dass er grüne Themen vertritt.“ Kämpfer sei an die Grünen herangetreten, die CDU nicht, sagte Bennecke und fragte: „Wie ernst ist es der CDU dann mit grünen Themen?“

Kieler FDP entscheidet sich nach dem 4. Juli

Die Kieler FDP veranstaltet am 4. Juli eine öffentliche Anhörung mit Kämpfer und Ellendt und will danach entscheiden, welchen von beiden sie zur OB-Wahl unterstützt. Parteichef Ingmar Soll nannte den grünen Kandidatenverzicht „ein Geburtstagsgeschenk für Ulf Kämpfer“ und sieht bei der CDU deren klassische Themenfelder Wirtschaft und Sicherheit mit Ellendt gar nicht abgedeckt.

Der Kieler SSW steht zu Ulf Kämpfer

Der SSW hat sich schon auf Kämpfer festgelegt. Er sei nun mal „der mit Abstand beste Kandidat“, sagte Distriktschef Marcel Schmidt und fügte an: „Klimaschutz ist nicht alles.“ Dem SSW seien auch Sozialpolitik, Minderheitenpolitik und Inklusion wichtig. Kämpfer ziehe da mit. Schmidt: „Wir tun seinem Profil gut.“

Kieler AfD verzichtet auf eigenen Kandidaten

Unterdessen teilte die Kieler AfD gestern mit, dass sie keinen Oberbürgermeister-Kandidaten nominieren wird. Kreissprecher Guido Dachs verwies zu Begründung auf fehlende Ressourcen der Partei.

Einen Kommentar zur Lage vor der Oberbürgermeisterwahl finden Sie hier

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