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Kiel Kieler Uni: Nun kommen die Gutachter
Kiel Kieler Uni: Nun kommen die Gutachter
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15:38 27.03.2019
Von Niko Rönnfeldt
Auf dem Campus rückt die Spitzenforschung in den Fokus: Die Kieler Uni hat sich im Rahmen der Exzellenzstrategie für eine Millionen-Förderung beworben Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Wie wird eine Uni eigentlich exzellent? Ein langer und komplizierter Weg. Fragen und Antworten zur Exzellenzstrategie.

Was ist die Exzellenzstrategie?

2016 haben Bund und Länder entschieden, die Spitzenforschung an den Universitäten zu unterstützen. Mit dem Förderprogramm soll auch die Position des deutschen Wissenschaftsstandorts im internationalen Vergleich gestärkt werden. Das Projekt heißt Exzellenzstrategie. Sie baut auf der Exzellenzinitiative der Jahre 2007 bis 2018 auf.

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Was bedeutet Exzellenz in diesem Zusammenhang?

Die Strategie ist zweiteilig: Es gibt Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten. In den Clustern wird Spitzenforschung der Unis projektbezogen zunächst für sieben Jahre unterstützt. Eine Exzellenzuniversität hingegen wird als gesamte Institution dauerhaft gefördert. Sie muss sich allerdings alle sieben Jahre einer Überprüfung stellen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat leiten das Verfahren.

Was bringt der Titel?

Bund und Länder stellen insgesamt jährlich 533 Millionen Euro zur Verfügung. Im Erfolgsfall könnte die Kieler Uni über die Laufzeit von zunächst sieben Jahren bis zu 114 Millionen Euro für die Umsetzung ihres Konzeptes erhalten.

Woher kommt das Geld?

75 Prozent der Fördermittel stellt der Bund, 25 Prozent kommen vom jeweiligen Land, in dem die Uni sich befindet.

Was hat der normale Student davon?

Zusätzliche Stellen können auch zusätzliches Lehrangebot bedeuten. Auch die forschungsorientierte Lehre und die Digitalisierung der Lehre sollen ausgeweitet werden.

Welche Kriterien müssen erfüllt werden?

Überzeugen müssen Ziele, Qualität und langfristige Tragfähigkeit der Uni-Gesamtstrategie für die Spitzenforschung. Das Konzept der CAU heißt „Kiel University Interfaces“. Ein Bewerber muss zudem zwei Exzellenzcluster, die bereits im September 2018 gekürt wurden, vorweisen können. In Kiel sind das die Projekte „Roots – Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten“ und „Präzisionsmedizin für Chronische Entzündungserkrankungen“.

Wer entscheidet über die Förderung?

Eine Kommission fällt die Entscheidung nach einer Empfehlungen eines Expertengremiums. Das Gremium besteht aus 39 Forschungsfachleuten unterschiedlicher Gebiete und Disziplinen. Die Exzellenz-Kommission setzt sich aus diesem Gremium und den für Wissenschaft zuständigen Ministern des Bundes und der Länder zusammen.

Was machen die Gutachter jetzt an der Förde?

Alle Universitäten, die die formalen Voraussetzungen erfüllen, werden von Januar bis Mai vor Ort begutachtet. Am 1. und 2. April kommt die international besetzte Gutachtergruppe an die Förde, um den Kieler Antrag zu durchleuchten. Etwa 130 Universitätsmitglieder aus allen Bereichen werden befragt.

Welche Konkurrenten gibt es?

Im Dezember haben 17 Universitäten und zwei Universitätsverbünde einen Antrag abgegeben. Voraussichtlich elf sollen ausgewählt werden. Durch politische Verhandlungen der Länder könnten es mehr werden. Unter den Kandidaten sind so renommierte Universitäten wie München, Heidelberg oder Münster. Als direkte Konkurrenten der CAU können die Unis aus Konstanz, Freiburg oder Braunschweig gesehen werden.

Wie stehen die Chancen für die Uni Kiel?

Die CAU – eine mittelgroße und forschungsintensive Uni – gilt als Überraschungskandidat. Im Vergleich mit den Konzepten der anderen Bewerber sieht sich die Uni aber gut gerüstet.

Wann fällt die Entscheidung?

Am 19. Juli wird die Exzellenzkommission entscheiden, welcher Bewerber sich Exzellenzuniversität nennen darf. Die Förderung startet im November 2019.

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