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Kiel Macbeth mit Schuldgefühlen
Kiel Macbeth mit Schuldgefühlen
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07:00 08.04.2015
Christina Dobirr (li.) und Kati Luzi Stüdemann spielen die Hexen als Yuppies, die in die Rollen von Macbeth und Co schlüpfen.
Christina Dobirr (li.) und Kati Luzi Stüdemann spielen die Hexen als Yuppies, die in die Rollen von Macbeth und Co schlüpfen. Quelle: Frank Peter
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Jeder ist seines Glückes Schmied: Wenn Hexen ihm prophezeien, Macbeth werde König von Schottland, wozu soll er da noch lange warten? Macbeth und seine Frau beginnen, die Hindernisse auf ihrem Karriereweg zu beseitigen. Das erste Opfer ist der regierende König Duncan, sie ermorden ihn. Der Erfolg gibt ihnen Recht, denn Macbeth wird tatsächlich dessen Nachfolger. Doch nun gilt es, die Macht zu sichern. Also müssen potentielle Nebenbuhler und ihre Familien auch beseitigt werden! Mit Schuldgefühlen hat das mörderische Ehepaar nicht gerechnet, umso heftiger wird es von ihnen eingeholt.

Der düstere Stoff führt in Abgründe der menschlichen Seele und verzichtet dabei auf eine Liebesgeschichte. Die Hauptrollen weist Verdi Lady Macbeth, Macbeth und dem Hexenchor zu – schon das macht Macbeth zur Oper „jenseits des Gewöhnlichen“, wie Verdi es wünschte.

Die Uraufführung 1847 in Florenz wurde ein Erfolg. Trotzdem überarbeitete Verdi 1864/65 seinen Macbeth für eine Pariser Aufführung. Die dortige Theaterleitung hatte ihn um die Nachkomposition eines Schlusschores und einer Ballettmusik gebeten. Verdi nahm sich die Partitur vor und entschloss sich zu einer grundlegenden Überarbeitung. In dieser Version wird Macbeth zur verbindenden Klammer zwischen dem frühen und mittleren Werk Verdis.

In Kiel wird die Pariser Fassung von 1865 ohne Ballett gespielt – mit der Schlussszene aus der Erstfassung von 1847, die dem sterbenden Macbeth gehört.

08.04.2015, 19.30 Uhr: Opernhaus, Rathausplatz, Kiel. Eintritt 16 bis 51,10 Euro. Karten/Infos Tel. 0431/901901 und www.kiel-theater.de