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Kiel Schleusentor: Reparatur ausgeschrieben
Kiel Schleusentor: Reparatur ausgeschrieben
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13:00 23.04.2019
Von Frank Behling
Das zerstörte Schleusentor aus Holtenau wartet auf die Reparatur im Dock 8a bei German Naval Yards Kiel. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Einen solchen Auftrag hat es in der deutschen Werftgeschichte noch nicht gegeben. Es wird die Werft gesucht, die aus zwei Teilen wieder ein funktionstüchtiges Schleusentor für Holtenau macht.

Ein Frachter rammte das Schleusentor in Holtenau

Am 23. Februar des vorigen Jahres war der Hamburger Frachter „Akacia“ kurz vor Mitternacht beim Einlaufen in die Südschleuse außer Kontrolle geraten und mit hoher Fahrt in das fördeseitige Schiebetor gefahren. Der für die Eisfahrt verstärkte Wulstbug bohrte sich durch die genietete Stahlkonstruktion. Ergebnis: „So einen Schaden haben wir auf der Schleuse noch nie gesehen“, sagte Matthias Visser vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Eine erste Kostenkalkulation für den Gesamtschaden inklusive Bergung des Tores belief sich auf über 25 Millionen Euro. Dabei gingen die Gutachter am Schleusentor von einem Schaden von über 15 Millionen Euro aus.

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200 Tonnen Stahl werden am Schleusentor bearbeitet

Da die Summe auch in die Nähe der Investition für einen Neubau kam, ließ die Schifffahrtsverwaltung verschiedene Szenarien prüfen. Am Ende wurde die Reparatur gewählt – wobei am Ende ein fast neues Tor das Ergebnis sein wird. Der gesamte Mittelbereich des rund 1000 Tonnen schweren Tores muss erneuert werden. Konkret sind es laut Ausschreibung rund 200 Tonnen Stahl, die als geschraubte Konstruktion bearbeitet werden sollen. 200 Meter neue Rohrleitungen und bis zu 14000 Quadratmeter Korrosionsschutz stehen an.

Die Vergabe eines Neubaus wäre zwar denkbar gewesen, wurde aber aufgrund der langen Planungs- und Genehmigungszeiten verworfen. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder zwei Reservetore im Einsatz zu haben“, so Visser. Im Moment steht für Notfälle nur ein Schiebetor zum Einbau bereit. Es liegt im Binnenhafen vor den Schleusen in Warteposition. Das Tor muss aber auch dann ran, wenn aus Altersgründen oder durch Verschleiß bei den im Einsatz befindlichen vier Schiebetoren Probleme auftreten.

Wenn es kein weiteres Tor gibt, muss eine der beiden großen Schleusenkammern im Zweifel stillgelegt werden. Da es in Kiel nach dem Ausfall der alten Schleusen ohnehin nur noch zwei Tore gibt, droht ein Schifffahrt-Stau.

Bewerber dürfen sich das Tor vorab ansehen

In der Verwaltung ist man gerade deshalb auf den Eingang der Angebote gespannt. Alle Bewerber durften sich im Vorwege im Dock 8a bei der Kieler Werft German Naval Yards die Schleusentor-Hälften anschauen und ihre Kalkulationen machen. Die spannende Frage wird der Preis bleiben. Zwar geht man in der Behörde von einem Preis zwischen 14 und 16 Millionen Euro aus. Ob bei den Angeboten aber eine Werft auf eine ähnliche Kalkulation kommt, ist offen. Das wird erst am 23. Mai um 10 Uhr geklärt.

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