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Kiel Tanz-Spaß ohne Grenzen
Kiel Tanz-Spaß ohne Grenzen
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00:18 27.06.2013
Von Lara Eckstein
Wer früh in die Koje muss, hat keine Zeit zu verlieren. Schon um 20 Uhr spielt im Legienhof die Blaskapelle zum Tanz auf und die Amerikaner stürmen als Erste das Parkett. Quelle: FB
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Kiel

Wer früh in die Koje muss, hat keine Zeit zu verlieren. Schon um 20 Uhr spielt im Legienhof die Blaskapelle zum Tanz auf und die Amerikaner stürmen als Erste das Parkett. „Wir haben einfach gerne eine gute Zeit“, erklärt Nadia King, eine der Frauen, die in den dunkelblauen Uniformen stecken. Currywurst und Sauerkraut hat sie auf der Kieler Woche schon probiert, und auch ansonsten ist die 27-Jährige aus Boston begeistert von der Kieler Woche. Dass sie, anders als die Damen in Zivil, kein Ballkleid trägt, stört King kein bisschen: Die Uniformen seien „very danceable“, erklärt sie: sehr tanzbar.

 Reporter Felix Haas muss den Tanzraum dagegen erst einmal kurz verlassen. Er wird von den Verantwortlichen zur Seite genommen. Wer er denn sei und was er mache? Hemd, Sakko und Jeans sind keine Marineuniform. Da fällt man gleich auf. Zum Glück lässt sich alles schnell und freundlich klären.

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 Neun Nationen sind heute Abend vertreten. Die Niederländer sehen am lässigsten aus: Sie dürfen ihre Haare auch etwas länger tragen. „Weil wir die coolsten sind“, sagt Christian von der holländischen Marine. Franz Aemelius aus Curaçao ist schon zum zweiten Mal auf der Kieler Woche. Der Ball ist willkommene Abwechslung zum Alltag auf See. Nur manche deutsche Mädels auf dem Ball findet der 22-jährige Minentaucher etwas anstrengend: „Die wollen nur, dass man ihnen einen Drink bezahlt.“ Kollege Leroy Serietewola stellt fest:„Die deutschen Mädchen sind schön. Aber nicht alle.“ Auf das gemeinsame Feiern freut er sich: „Ich habe schon mit Amerikanern, Deutschen und Engländern geredet. Das ist besser als Krieg.“ Die internationale Begegnung und der Austausch seien Ziel der Veranstaltung, erklärt Organisator Oliver Bindi. „Und der Weltfrieden natürlich.“

 Auch die russischen Matrosen lieben den Marineball: „Es ist zwar schwer, sich zu verständigen, aber wir schließen Freundschaften und haben viel Spaß“, sagt Marat. Augen für die deutschen Frauen hat er aber nicht. Marat zeigt ein Bild von einem hübschen Mädchen auf seinem Handy. „Wenn ich zurückkomme, heiraten wir“, sagt er.

 Cecilia Schmidt sitzt mit vier Freundinnen auf der Dachterrasse des Legienhof und beobachtet das bunte Treiben. Die Frauengruppe ist das erste Mal beim Marineball. „Wir lieben Männer in Uniform“, gibt Cecilia Schmidt mit einem Augenzwinkern zu. Angesprochen habe sie aber bisher noch keinen der zahlreichen Soldaten. „Wir schauen erst einmal, was sich so ergibt.“ Ein paar schnuckelige Kerle hätten die Freundinnen jedoch schon entdeckt. „Es sind heute so viele Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen hier. Das hat schon etwas von riesengroßer Partnerbörse“, findet die 21-jährige Kielerin.

 Die Frauen zeigen sich in bodenlangen Kleidern in schillernden Farben, Cocktailkleidern, ultrakurzen Minikleidern. Und einiges erinnert eher an Nachthemden. Egal. Jasmin Bornier (33) wurde in Jeans und Stiefeln von Freundin Kathrin Häußermann zum Ball geschleppt: „Ich wäre am liebsten wieder umgedreht, ich bin vollkommen underdressed.“ Auch egal, heute stehen die Männer in Uniform im Fokus. „Ich habe einmal eine Folge Sex and the City gesehen, da waren die bei so einem Marinefest, das wollte ich auch unbedingt einmal machen“, gesteht Kathrin Häußermann. Gelohnt hat sich der Besuch sowieso: „Die Band der US-Navy ist der Hammer“, urteilt die 30-Jährige.