Die nächste Vollsperrung in Kiel - Knooper Weg vier Wochen dicht
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Die nächste Vollsperrung in Kiel - Knooper Weg vier Wochen dicht

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19:25 28.10.2020
Von Niklas Wieczorek
Der Knooper Weg wird ab Montag, 2. November 2020, in Höhe Jungfernstieg wegen Kanalbauarbeiten voll gesperrt. Die Umleitung ist bereits ausgeschildert. Quelle: Ulf Dahl
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Die Reaktionen spiegeln die ganze Bandbreite der Emotionen: von Pragmatismus über Galgenhumor bis hin zu Unverständnis.

Immerhin: Alle Betriebe bleiben erreichbar

„Da ist ja programmiert, dass unsere Kunden etwas später kommen“, sagt Sarah Mende vom Friseursalon Outfit an der Kreuzung von Jungfernstieg und Knooper Weg. Schon am Exerzierplatz und an der Saldern- bzw. Gutenbergstraße weisen Schilder die Autofahrer seit Anfang der Woche auf die Sperrung ab Montag hin. Die Umleitungsempfehlung führt über den Westring und die Eckernförder Straße. „Das Schild hätte da gerne eher stehen können“, sagt Mende. Klar ist: Jedes Unternehmen, auch die mit Kundenparkplätzen wie der Friseursalon, ist weiterhin erreichbar. Liegt es aus Sicht des Anfahrers jedoch hinter dem Jungfernstieg, muss mehr Zeit eingeplant werden.

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Stadt reagiert mit Frage-Antwort-Katalog

Notwendig wird die Vollsperrung für Kanalbauarbeiten zwischen Waisenhofstraße und Knooper Weg. Die Baufirmen gestalten die beiden Querstraßen zum Knooper Weg außerdem in Fahrradstraßen um, und dafür werden die Einmündungen in die große Durchfahrtsstraße optimiert. Die Stadt hat inzwischen mit einem Frage-Antwort-Katalog auf ihrer Homepage reagiert und die Baumaßnahme mit der Sperrung genauer erklärt.

Wieder Kritik an der Informationspolitik

Nicht optimal lief aus Sicht einiger Unternehmen aber die Vorab-Information. Gerade nachdem es in den vergangenen Wochen und Monaten einige Zufahrten in der Stadt gab, die durch Baustellen oder Verkehrsumleitungen erschwert wurden, hatte es Kritik an der Informationspolitik aus dem Rathaus gegeben. Anfang der Woche kündigte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) noch das Erarbeiten eines Baustellenmanagements an, das alle betroffenen Unternehmen rechtzeitig über Sperrungen informieren soll. Dass dies offenbar mehr als nötig ist, zeigt der aktuelle Fall am Knooper Weg.

Im KN-Interview hatte Ulf Kämpfer darauf verwiesen, dass die Ortsbeiräte als kommunalpolitische Gremien nicht alle Bürger und Betroffenen gleichermaßen erreichen könnten. Nachgefragt beim Vorsitzenden des zuständigen Ortsbeirats Mitte, Fabian Winkler (SPD), erinnert der sich: In dessen erster Sitzung im Juni habe Tiefbauamtsleiter Peter Bender die Baustelle erklärt. „Dabei wird immer im Konjunktiv geredet, dass es bei Kanalbauten zu aufwendigeren Arbeiten und Sperrungen kommen kann“, sagt Winkler. Die Stadt verweist außerdem darauf, auch im Februar-Bauausschuss informiert zu haben.

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Nicht alle umliegenden Unternehmer wollen namentlich in der Zeitung auftauchen. Viele von ihnen aber sind irritiert bis erbost über die Sperrung – einige nehmen es aber auch pragmatisch. Sie seien ja weiterhin erreichbar, hört man. Martin und Ruth Düffert vom gleichnamigen Damen-Modehaus verweisen darauf, wie schwer es Händler ohnehin derzeit in der Corona-Krise haben. Natürlich erschwere die Sperrung die Anfahrt – aber vielleicht sei die vierwöchige Phase angesichts eines möglichen neuen Lockdowns ja sogar richtig terminiert.

Verwaltung sieht kein Versäumnis

Die Verwaltung aus dem Rathaus weist im Fall Knooper Weg ein Kommunikationsversäumnis scharf zurück. Es habe an mehreren Stellen Vorab-Informationen gegeben, die Maßnahme ist laut Pressereferat daher keine Überraschung. Auch in den Ortsbeiräten Mitte und Schreventeich/Hasseldieksdamm sei die Vollsperrung rechtzeitig angekündigt worden – und zwar, indem über die einzelnen Bauabschnitte informiert wurde. Mit den unmittelbar anliegenden Gewerbebetrieben seien darüber hinaus alle Fragen zu deren Zufriedenheit geklärt worden.

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