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Kiel Wie es zum VW-finanzierten Gutachten kam
Kiel Wie es zum VW-finanzierten Gutachten kam
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16:28 11.03.2018
Zwei Gutachten sollen jetzt für Klarheit über die Schadstoffbelastung am Theodor-Heuss-Ring sorgen. Quelle: Frank Peter
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Um zu verstehen, wie es zu diesem Angebot des Autobauers kam, muss man in den August des vergangenen Jahres zurückkehren. Damals trafen sich Vertreter der Bundesregierung, der Länder und der Autokonzerne in Berlin zum ersten sogenannten Diesel-Gipfel (offiziell: Nationales Forum Diesel), um Maßnahmen zur Stickoxidreduktion zu beschließen, damit Fahrverbote vermieden werden können.

Ergebnis war die Software-Nachrüstung für die von Manipulationen betroffenen Euro-5- und Euro-6-Diesel und der Fonds "Nachhaltige Mobilität für die Stadt" in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro, an dem sich die drei deutschen Autohersteller VW, BMW und Daimler mit 250 Millionen Euro beteiligen.

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Autoindustrie finanziert Maßnahmen in vielen Städten

Im Januar dieses Jahres unternahm der Verband der Automobilindustrie einen weiteren Schritt in diese Richtung und rief eine weitere Initiative zur Luftreinhaltung ins Leben. Im Rahmen dieser Initiative wollen die Autohersteller die 23 am stärksten belasteten Städte "individuell" bei Fragen der Luftreinhaltung beraten und unterstützen, wie ein VDA-Sprecher erklärte. In Stuttgart etwa gehe es um Fragen des Nahverkehrs, in Berlin werde geprüft, wie die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte vorangetrieben werden könne, und in Kiel werde eben ein Gutachten zur Verbesserung der Belastungssituation finanziert.

Trotz der öffentlichen Debatte wird die PTV Group, die im vergangenen Jahr von der Porsche Holding gekauft wurde, nun auch für Kiel ein Gutachten zur Luftreinhaltung erstellen. Das Karlsruher Unternehmen ist Marktführer im Bereich Verkehrsmodellierung und arbeitet seit 40 Jahren mit der Landeshauptstadt zusammen. Mit der Software, die PTV zur Verfügung stellt, können Verkehrsmodelle berechnet werden. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit hat sich in Kiel ein riesiger Verkehrsdatensatz angesammelt, auf den Gutachter nun zurückgreifen können.

Auf Grundlage dieser Daten soll unter anderem berechnet werden, welche Auswirkungen eine Umfahrung des Theodor-Heuss-Ringes hätte – sowohl auf den Verkehrsfluss als auch auf die Stickoxidbelastung in Kiel.

Von Anne-Kathrin Steinmetz

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