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Kiel Kiels IT-Branche boomt
Kiel Kiels IT-Branche boomt
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10:00 13.07.2017
Von Kristian Blasel
Rund um die Förde wird das Leben und der Arbeitsmarkt digital: Die Stadt zählt bereits 10000 Arbeitsplätze zu der Boom-Branche. Quelle: Ulf Dahl_Montage Repro
Kiel

Die Stadt geht inzwischen davon aus, dass rund 10000 Arbeitsplätze in der digitalen Wirtschaft ansässig sind. Wobei der Begriff weit gefasst ist: Einerseits geht es um mehr als 4000 Menschen, die direkt in den rund 250 Unternehmen der IT-Branche arbeiten. Hinzu kommen aber auch mehr als 3000 Arbeitsplätze für IT-Fachkräfte, die in Unternehmen aus anderen Branchen tätig sind – denn auch Firmen aus klassischen Industriebereichen kommen ohne digitales Know-how nicht mehr aus.

"Wir sind bei der Personalsuche exzellent aufgestellt"

Gleichzeitig gibt es immer mehr freiberufliche IT-Kräfte und Beschäftige in kleinen Firmen, sodass insgesamt rund 10000 Jobs in diesen Sektor fallen. IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater, zugleich Namensgeber für die Vater-Gruppe, die mit ihren derzeit 451 Arbeitsplätzen einen erheblichen Anteil am Boom in der Region hat, schwärmt über die guten Standortbedingungen an der Förde: „Wir sind bei der Personalsuche durch unsere Hochschulen hervorragend aufgestellt.“ Das seien „exzellente Kaderschmieden“. Auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) freut sich über die zahlreichen Start-ups, die im Umfeld der Hochschulen ihre „innovativen Geschäftsmodelle“ digital umsetzen. „Die Landeshauptstadt hat sich zu dem führenden IT-Standort in Schleswig-Holstein entwickelt.“

IT-Sicherheitskräfte werden händeringend gesucht

Aber auch hier gibt es graue Wolken am digitalen Himmel. So gebe es zum Teil Probleme, geeignetes Personal zu finden, berichtet Vater. „Wir brauchen Menschen, die in der Lage sind, digitale Zusammenhänge zu erfassen und abzubilden.“ Solche Spezialisten seien überall nur schwer zu finden. Vor allem IT-Sicherheitskräfte, die sich auf dem rasant wachsenden Markt für Cyberkriminalität auskennen, werden gebraucht. „Gute Fachleute können sich fast aussuchen, wo sie hingehen.“ Thomas Bohse, Sprecher der Agentur für Arbeit in Kiel, spricht ebenfalls von einem „schwierigen Markt, weil viele Betriebe Mitarbeiter mit speziellen Softwarekenntnissen suchen“. Der Bedarf an IT-Angeboten wachse in der Region beständig. „Das zeigt auch der Anstieg der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen um mehr als 26 Prozent innerhalb eines Jahres.“

Breitbandversorgung bereitet noch Probleme

Neben den personellen Problemen beklagt die Branche eine Infrastruktur, die zumindest jenseits der Ballungsräume nicht auf der Höhe der Zeit sei. „Verbesserungsfähig“ ist laut Vater die Breitbandversorgung in der Region. „Wir haben nicht überall die Qualität, die man braucht.“ Auch der Unternehmensverband Kiel fordert eine „flächendeckende digitale Infrastruktur mit hohen Datenübertragungsraten“, wie der neue Vorstandschef Hendrik Murmann sagt. Groß ist jedoch die Zustimmung zur Idee der Digitalen Woche. Murmann: „Jetzt gilt es, einem Wortspiel nachhaltiges Leben einzuhauchen.“

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