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Kiel Stadt Kiel schafft 276 neue Planstellen
Kiel Stadt Kiel schafft 276 neue Planstellen
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20:50 03.02.2016
Von Martina Drexler
In vielen Ämtern stapeln sich die Akten, die Mitarbeiter kommen nicht mehr hinterher. Auch die Personalräte der Stadt Kiel schlagen Alarm: Rückstands- und Überlastungsanzeigen häuften sich, da die Verwaltung immer neue Aufgaben aufgebürdet bekomme. Vor dem Hintergrund begrüßen sie die geplante Personalaufstockung. Quelle: imago
Kiel

Ob Ausbau der Kinderbetreuung, Pflege oder die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen – die Kommunen bekommen von Land und Bund laut Röttgers immer mehr Aufgaben aufgebürdet, die sie bei gleichbleibendem Personalbestand nicht bewältigen können: „Wir sind die Front. Wir, die Kommunen, haben die Auseinandersetzungen“, klagte der Stadtrat, der nächste Woche den Haushaltsentwurf und Stellenplan in den Finanzausschuss einbringt. Auf 16,4 Millionen Euro beziffert Röttgers, wie berichtet, das Gesamtkostenvolumen für den Stellenzuwachs, davon seien aber 6,5 Millionen Euro gegenfinanziert.

Das Ganze sei kein Pappenstiel und eine dauerhafte Belastung für den Haushalt, begründete Rainer Kreutz von der CDU, dass seine Fraktion gegen den Stellenplan stimmen wird. Im Vorfeld hatte bereits CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Kruber angekündigt, besonders kritisch zu überprüfen, ob wirklich jede Stelle notwendig sei. Auch dürften neue Stellen nicht die einzige Antwort auf einen so hohen Krankenstand sein. Das Plus an Stellen, räumte Röttgers ein, werde den Krankenstand nicht wesentlich abbauen. Rein rechnerisch fällt jeder der 4663 aktiven Beschäftigten an etwa 26 Tagen im Jahr wegen Krankheit aus.

135,5 Stellen für Flüchtlingsbetreuung

Der landesweit höchste Krankenstand in einer Stadtverwaltung und der Personalmangel ließen nicht nur den Gesamtpersonalrat Alarm schlagen. Auch die Rechnungsprüfer kritisierten in ihrem jüngsten Bericht, dass manche zentrale Ämter in der Verwaltung ihre Arbeitsaufträge nicht mehr richtig erfüllen könnten, da immer neue Aufgaben auf sie einstürmten. Die Folge sei ein „Stillstand in vielen anderen Ämtern“. Überlastungs- und Rückstandsanzeigen nähmen zu.

135,5 neue Stellen für die Betreuung von Flüchtlingen, zehn Erzieherstellen im Springerpool, um den Betrieb überhaupt aufrechterhalten zu können, 20 Stellen für Schulassistenz, 42 Stellen im Bau-, Planungs- und Immobilienbereich, acht neue Brandmeister und Notfallsanitäter, elf weitere Stellen für die Leitstelle – es waren nur einige Beispiele, die laut Röttgers untermauern, dass dieser Stellenplan eine gute Entscheidung sei. Leistung brauche Mitarbeiter, meinte Dagmar Hirdes (Grüne). Rückendeckung für die Verwaltungsspitze kam auch vom SSW: Die Belastungen „werden uns von außen aufoktroyiert“, kritisierte Fraktionsvorsitzender Marcel Schmidt: Das Ganze wachse ja nur, weil die Stadt immer mehr neue Aufgaben dazu bekomme. Falk Stadelmann (SPD) lobte vor allem die Übereinstimmung von Personalrat und Verwaltung. Dirk Lerche, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats, hält den Zuwachs für dringend erforderlich: „Wir begrüßen, dass die Verwaltung aktiv auf die immense Arbeitsbelastung reagiert.“

An die Kritiker aus den Reihen der CDU appellierte er, zu sagen, wo sie Stellen streichen wollten. Auch sein Stellvertreter Michael Schneider warb um Zustimmung für den Plan. Doch die CDU blieb bei ihrem Nein, während SPD, Grüne, SSW und Linke ihm zustimmten.

„Ohne Sprache geht gar nichts.“ Insgesamt rund 1000 Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, werden im Jahr bei ihr und ihren Kollegen von der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migranten und Flüchtlinge (ZBBS) in Kiel geschult und beraten. Die Kieler Nachrichten unterstützen den Verein jetzt mit 12 000 Euro.

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