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Kiel Unterbringung in der Psychiatrie gefordert
Kiel Unterbringung in der Psychiatrie gefordert
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19:43 07.09.2016
Von Thomas Geyer
Im Prozess um den doppelten Kindesmissbrauch in Kiel-Gaarden vom Januar 2016 hat Staatsanwältin Veronika Stoltz-Uhlig am Mittwoch im Kieler Landgericht die dauerhafte Unterbringung des Täters in der Psychiatrie gefordert. Quelle: dpa
Kiel

Die Rechtsanwältinnen der Nebenklage schlossen sich im Namen der missbrauchten Mädchen dem Antrag an. Der Verteidiger des 31-jährigen Beschuldigten, Stefan Tovar, stellte keinen konkreten Antrag. Am kommenden Mittwoch will die Jugendstrafkammer in öffentlicher Sitzung das Urteil verkünden.

 Die Plädoyers waren mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte des mutmaßlichen Täters und seiner Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgetragen worden. Auch das Gutachten einer psychiatrischen Sachverständigen, die die Schuldunfähigkeit des zur Tatzeit unzurechnungsfähigen Mannes feststellte, wurde hinter verschlossenen Türen erörtert.

 Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat das seit Ende Juli verhandelte Sicherungsverfahren die Einschätzung, der aus Turkmenistan stammende 31-Jährige habe wegen einer krankhaften seelischen Störung das Unrecht seiner Tat nicht erkannt, nach sechstägiger Beweisaufnahme bestätigt.

 Laut Tatvorwurf hatte der Vater zweier Kinder im ersten Fall am Vormittag des 6. Januar 2016 seine beiden Söhne in eine Kindertagesstätte im Ostufer-Stadtteil Gaarden gebracht und dort ein fünfjähriges Mädchen in einer Toilette schwer missbraucht. Das Kind vertraute sich einer Mitarbeiterin an, die sofort die Polizei einschaltete. Der Mann wurde festgenommen, bestritt jedoch den Übergriff und blieb auf freiem Fuß.

 Ein Haftbefehl wurde nicht beantragt, obwohl dem Gesundheitsamt Hinweise auf eine psychische Erkrankung vorlagen. Drei Wochen später, am 31. Januar, lockte der Mann eine Siebenjährige, die mit einer Gleichaltrigen im Bereich der Hans-Christian-Andersen-Schule spielte, mit der Aussicht auf eine Barbiepuppe in seine Wohnung unweit des Vinetaplatzes.

 Das dort vom Täter schwer missbrauchte, im Genitalbereich durch grobe Manipulationen erheblich verletzte Mädchen wurde wenig später in Tatortnähe von Polizeibeamten aufgegriffen. Später führte die kleine Zeugin die Beamten zum Tatort und identifizierte den Beschuldigten anhand von Fotos.

Der freiwillige Entsorgungspakt für Abfälle aus Atomkraftwerken ist zwar in weite Ferne gerückt. Dennoch bleibt das Thema auf der Tagesordnung. In Kiel wurde am Mittwochabend der Wirtschaftsausschuss vom Land und der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Schönwohld“ über den Stand der Dinge informiert.

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