Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Kiel setzt auf E-Busse
Kiel Kiel setzt auf E-Busse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:07 11.11.2017
Von Heike Stüben
Alltag auf dem Theodor-Heuss-Ring in Kiel: Weil die Stickoxidbelastung zu hoch ist, will die Deutsche Umwelthilfe per Klage ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge durchsetzen - zum Schutz der Bewohner. Quelle: Frank Peter
Kiel

Man sei schlicht entsetzt, heißt es beim Verband Handwerk Schleswig-Holstein. Für Präsident Thorsten Freiberg würde eine erfolgreiche Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) „ein Berufsverbot für Tausende Handwerker bedeuten“. Die Auftragsbücher seien voll. „Wie aber sollen unsere Betriebe ihren Kunden einen Termin zusagen, wenn sie nicht wissen, ob sie in den nächsten Monaten überhaupt ihre Kunden erreichen können?“

Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, betont: Ein Diesel-Fahrverbot würde letztlich vor allem die Verbraucher treffen - und den Wohnungsneubau, der gerade in Kiel dringend nötig sei.

Auch viele private Diesel-Nutzer melden sich erbost. Klaus Ludloff findet, dass die DUH mit ihrer Klage den Verursachern des Dieselskandals dient: „Indem sie den betrogenen Diesel-Pkw-Besitzern das Fahren verbieten will und sie zwingt, andere Autos zu kaufen – zum Nutzen der Verursacher der Luftverschmutzung.“ Stattdessen müsste das Ziel der Luftreinhaltung erreicht werden, indem die Hersteller die Autos auf eigene Kosten umrüsten.

In Kiel wird dagegen bereits geplant, wie man dem Fahrverbot entgehen kann: So sollen ÖPNV und Fördeschifffahrt verbessert, die KVG-Linienbusse „kurzfristig“ auf Elektroantrieb umgestellt und mittelfristig an 60 Standorten Ladestationen für E-Autos geschaffen werden. Gleichzeitig wird geprüft, wie sich Fahrverbote für Diesel-Kfz mit maximal Euro-5-Norm auswirken würden.

Thomas Rackow, Geschäftsführer beim Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein, fordert dringend Planungssicherheit. "Die Paketdienste rüsten bereits auf E-Mobilität um. Den anderen Unternehmen bliebe bei einem kurzfristigen Diesel-Verbot nur, die Waren in Umschlagzentren am Stadtrand umzuladen. Aber auch das würde große Investitionen erfordern, die letztlich der Verbraucher tragen müsste.“

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kiel Das Warten kostet Nerven - Auslandsvereine haben noch keine Bleibe

Das Schreiben an alle Fraktionen, Dezernenten und den Stadtpräsidenten ist ein weiterer eindringlicher Hilferuf einer der Auslandsvereine auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Die Società Dante Alighieri fürchtet nach der Kündigung der Räume in der Hardenbergstraße sogar um ihren Fortbestand.

Martina Drexler 11.11.2017

Die Luftqualität hat auch Oslos Stadtverwaltung zu drastischen Schritten gezwungen. Seit Januar werden beim Erreichen kritischer Grenzwerte in Oslo bereits Fahrverbote für Diesel-Pkw erlassen. Die Norweger werden 24 Stunden vorher über eine App informiert. Oslo plant außerdem ein generelles Verbot.

Frank Behling 10.11.2017

So viel Lob war noch nie, wenn es um Katzheide, den Ortsbeirat und die Stadtverwaltung ging. „Wirklich gut“, „ganz toll“, „tolles Bad“, so lauteten die Kommentare, an denen sich Stadtrat Gerwin Stöcken erfreuen durfte, nachdem er die Pläne zur Zukunft des Sommerbades präsentiert hatte.

Martin Geist 10.11.2017