Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Start-ups mit Stotterstarts
Kiel Start-ups mit Stotterstarts
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:30 10.10.2019
Von Martin Geist
Frank Bremer, 50, ist überzeugter Nutzer der E-Roller des Kieler Start-ups Wofii. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Mit auf Anhieb mehr als 50 Rollern im Stadtgebiet landete die World of Energy Germany (WoE) im vergangenen Juni einen starken Aufschlag in Sachen Elektromobilität auf zwei Rädern. Tatsächlich hatten sich binnen weniger Wochen bereits 350 Nutzer registriert, doch vor allem technische Probleme ließen das Projekt über einen Stotterstart nicht hinauskommen.

E-Roller-Fans, die sich die fürs Ausleihen nötige App heruntergeladen hatten, klagten über die schleppende Verifizierung ihres Führerscheins, über Probleme mit der Bezahlfunktion und andere Macken. Zudem lief die App nur auf Smartphones mit dem Betriebssystem Android und stand nicht für die mit iOS arbeitenden iPhones zur Verfügung.

Schwerer noch schlugen offenbar finanzielle Probleme zu Buche. Nach Angaben der Geschäftsführer René Andersson und Thomas Kahle sprang kurzfristig ein Investor ab, sodass die Elektro-Flotte in schwerstes Fahrwasser geriet. In der Folge wurden die Roller zurückgezogen und die WoE begab sich in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Gespräche über Sanierung laufen auf Hochtouren

Diese besondere Variante bedeutet, dass kein externer Insolvenzverwalter im Spiel ist, sondern sich das betroffene Unternehmen gewissermaßen am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen versucht. Genehmigt wird ein solches Verfahren nur dann, wenn eine realistische Aussicht gegeben ist, dass die Firma bald wieder schwarze Zahlen schreibt. Gespräche über eine Sanierung laufen nach Angaben der Chefs auf Hochtouren, Spruchreifes gibt es aber bislang nicht zu vermelden.

Deutlich weniger dramatisch ist es um das zweite Start-up bestellt, das unter der Marke Wofii firmiert. Wenige Wochen nach der WoE brachte Wofii zehn E-Roller in den Verkehr. Auch diese Fahrzeuge können nach dem Free-Floating-Prinzip gemietet werden. Die App sucht und findet im Idealfall den nächsten Roller, nach Gebrauch kann er überall im Stadtgebiet abgestellt werden, wo er kein Hindernis darstellt.

Wofii ist noch nicht so weit

Geschäftsführer Nils Rümmeli räumt allerdings ein, dass seine Firma noch nicht so weit ist wie erhofft. Schuld daran ist ebenfalls die hakelige Technik. Wo sich ein Roller gerade befindet, wer ihn geliehen hat, der Ladezustand des Akkus und alle weiteren wichtigen Informationen werden über eine sogenannte Cloud-Box gespeichert, die Wofii ebenso in eigener Regie entwickeln will wie die entsprechende App.

Der Vorteil: Läuft das System erst einmal, ist es sehr günstig, weil keine laufenden Lizenzgebühren anfallen. Der Nachteil: Die Entwicklung ist alles andere als profan, sodass das Unternehmen über einen noch nicht perfekt arbeitenden Prototypen noch nicht hinausgekommen ist.

Rümmeli ist dennoch guter Dinge. Bei zehn E-Rollern ist die Anfangsinvestition vergleichsweise überschaubar, außerdem werden die Fahrzeuge schon jetzt tageweise vermietet und spielen wenigstens in begrenztem Umfang Geld ein. In wenigen Wochen, so hofft der Wofii-Chef, werde man dann auch technisch auf voller Höhe sein. Wohl wissend, dass dann die Roller-Saison zu Ende ist, setzt der Jungunternehmer darauf, dass sein Projekt im Frühjahr 2020 voll unter Strom stehen wir: „Dann geht es so richtig los.“

Weitere Nachrichten aus Kiel lesen Sie hier.

Am Sonnabend wird in Kiel eine Rekordmarke geknackt: Wenn die „Aidaprima“ mit Ziel Dubai ausläuft, wird der Hafen erstmals mehr als 800000 Kreuzfahrtpassagiere in einer Sommersaison abgefertigt haben. Der Seehafen kündigte zugleich an, noch stärker auf den Aspekt Umweltverträglichkeit zu achten.

Frank Behling 11.10.2019

Der Leiter des Maschinenmuseums in der Wik sucht dringend einen Nachfolger. „Ich merke, dass ich nicht mehr so fit bin“, sagt der 75-jährige Peter Horter. Wer in seine Fußstapfen will, müsste nicht nur technikaffin sein, sondern auch Interesse an Geschichte und ein pädagogisches Talent haben.

Karina Dreyer 09.10.2019
Kiel Fußball - Integration - DFB-Mobil besucht Rojava Kiel

Am heutigen Mittwoch macht das DFB-Mobil ab 13.30 Uhr nun Station bei Rojava Kiel an der Schwarzlandwiese. Ab 14 Uhr erhalten Rojavas Fußball-Kids ein 90-minütiges Demonstrationstraining, in das die Vereinstrainer aktiv eingebunden werden, um damit die Integration im Fußballsport voranzutreiben.

09.10.2019