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Kiel Deutschland hinkt hinterher
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05:59 07.06.2019
Von Steffen Müller
Verkauft in seinem Laden Trankvile an der Rathaustraße in Kiel E-Scooter und andere elektrobetriebene Verkehrsmittel: Klaus Robert von Waldow. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Die Bundespolitiker haben erst im Mai nachgezogen. Am 15. Juni erfolgt nun die bundesweite Zulassung für die elektrischen Tretroller, die allerdings einige Bedingungen erfüllen müssen. Die Geschwindigkeit ist auf 20 km/h begrenzt, Bremsen, Licht und Klingel sind vorgeschrieben, außerdem gilt eine Versicherungspflicht, die je nach Modell zwischen 30 und 100 Euro im Jahr kosten wird. Ein Helm muss nicht getragen werden, und ein Führerschein wird auch nicht benötigt. Das Mindestalter für das Fahren mit einem Elektro-Tretroller liegt bei 14 Jahren. Für Elektroroller gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer.

Einer der Vorreiter für E-Scooter in Deutschland ist die Firma Scuddy aus Kiel.

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Fußgängerwege sind tabu

E-Scooter dürfen auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen fahren. Wenn es keine ausgewiesenen Strecken für Fahrräder gibt, müssen Rollerfahrer auf die Fahrbahn ausweichen. Gehwege und Fußgängerzonen sind für die E-Scooter verboten. Dass diese Regelungen so streng gefasst sind, bedauert E-Scooter-Verkäufer Klaus Robert von Waldow. Er glaubt, dass die Gesetzgebung nicht nötig gewesen wäre. "Entscheidend ist, dass die Verkehrsteilnehmer aufeinander achten."

Zweifel an geeigneter Infrastruktur in Kiel

Der E-Fahrzeug-Verkäufer hat Zweifel an der Regelung, da die Infrastruktur in Kiel für die aktuelle Gesetzgebung nicht ausgelegt sei. "Die Fahrradwege sind nicht gut genug ausgebaut." Von Waldow befürchtet, dass es zu Konflikten zwischen Rad- und E-Scooter-Fahrern kommen könnte. „Das wird einfach zu eng.“ Auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat fordert, dass die Radwege so gestaltet werden müssen, dass alle Verkehrsteilnehmer genug Platz haben. Bei Verkehrsverbänden in Schleswig-Holstein herrscht ebenfalls Skepsis.

Konflikte im Ausland

Und dass zu schmale Wege zum Problem werden, zeigen Erfahrungen aus dem Ausland. Dort, wo die elektrischen Tretroller bereits zugelassen sind, kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Verkehrsteilnehmern. Besonders schlimm ist es in Großstädten. So wurden in Madrid E-Scooter zwischenzeitlich verboten, da neue Regelungen aufgestellt werden mussten. Auch in Paris gibt es immer wieder Probleme, da viele Leih-Scooter im Stadtgebiet wild abgestellt werden

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