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Kiel Forscher entwickeln Medizin aus Algen
Kiel Forscher entwickeln Medizin aus Algen
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17:44 27.07.2017
Von Thomas Paterjey
Der Blasentang (Fucus vesiculosus) ist eine in der Ostsee weitverbreitete Braunalge. Ihre Inhaltsstoffe sollen für die Medizin nutzbar gemacht werden. Quelle: Marion Zenthoefer/CRM
Kiel

Die Federführung liegt bei Prof. Alexa Klettner, Laborleiterin in der Klinik für Ophthalmologie des Kieler Uniklinikums. Hier forschen die Wissenschaftler bereits seit Längerem an Medikamenten, sogenannten VEGF-Hemmern, die zur Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration verwendet werden – einer Augenerkrankung, die eine der Hauptursachen für Erblindung in Deutschland ist. „Durch einen Zufall haben wir dabei entdeckt, dass auch Fucoidan in der Lage ist, den VEGF-Gehalt in den Zellen des Auges zu vermindern“, berichtet Klettner. Unter Fucoidanen werden die Inhaltsstoffe der Algen zusammengefasst. „Diese Entdeckung war für mich der Anlass, die Eigenschaften von Fucoidanen weiter zu untersuchen.“

Konkret will das Projektteam, zu dem neben Wissenschaftlern auch Akteure der Krankenversorgung und der regionalen Wirtschaft gehören, nun unter anderem eine Datenbank etablieren, die eine Übersicht der „aktiven Inhaltsstoffe“ aus Braunalgen und deren Eigenschaften enthalten soll. Auf dieser Basis sollen dann „aussichtsreiche Inhaltsstoffe“ ausgewählt und auf ihre Anwendbarkeit in verschiedenen Bereichen – Augenheilkunde, regenerative Medizin und Kosmetik – geprüft werden. Nach der Förderperiode soll eine kommerzielle Nutzung der Erkenntnisse ermöglicht werden.

„Da Fucoidane aus Algen gewonnen werden, können sich die Eigenschaften und Wirkungen unterscheiden, je nachdem, um welche Algenart es sich handelt und wo diese gewachsen ist“, erklärt Klettner. „Daher werden wir verschiedene Algen aus unterschiedlichen Regionen, die zu verschiedenen Zeiten geerntet wurden, untersuchen.“

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