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Kiel Nur noch theoretisch zweispurig
Kiel Nur noch theoretisch zweispurig
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08:00 28.04.2019
Von Oliver Stenzel
Zwischen dem Arndtplatz und Westring wird der rechte Fahrstreifen der Eckernförder Straße mittlerweile ganz selbstverständlich als Parkzone genutzt. Quelle: Oliver Stenzel
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Kiel

Mit großer Selbstverständlichkeit wird die rechte Fahrbahn hier von Anliegern aller Art beparkt. Nicht nur für den Verkehrsfluss der Autos, die in diesem Bereich zum Fahrbahnwechsel gezwungen werden, bringt diese Situation Probleme mit sich. Auch für Fußgänger und Radfahrer ist die sichere Überquerung der viel befahrenen Eckernförder Straße aufgrund der durch die parkenden Autos eingeschränkten Sichtverhältnisse schwer.

Drastischer Lösungsvorschlag: Absolutes Halteverbot

Wie könnte dieses Problem aus der Welt geschafft werden? Auf der Sitzung des Ortsbeirats Schreventeich/Hasseldieksdamm präsentierte Tabea Philipp (SPD) einen drastischen Lösungsvorschlag: Per Antrag sollte der Ortsbeirat die Stadt dazu auffordern, in diesem Bereich ein absolutes Halteverbot einzuführen. Die Autos könnten so wieder verlässlich auf zwei Spuren fahren, im gleichen Zuge wäre auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wiederhergestellt.

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Alternative: Bus- und Radfahrerspur

Zumindest in seiner Radikalität mochten sich die übrigen Mitglieder des Ortbeirats diesem Vorschlag nicht unmittelbar anschließen. Während Eberhard Stein (CDU) frei heraus bekannte, dass er von dem Antrag „gar nichts halte“, schlug Hinnerk Kändler (Grüne) vor, die rechte Spur in eine Bus- und Radfahrerspur umzuwidmen und der Veränderung so zusätzlichen verkehrspolitischen Mehrwert zu verleihen.

Ortsbeirat sorgt sich um anliegende Geschäfte

Eine ganz andere Sicht präsentierte Ralf Kretschmer (CDU). „Die aktuelle Situation führt in diesem Bereich der Straße weder zu Staus noch zu Verspätungen des öffentlichen Nahverkehrs“, konstatierte er und warnte vor Problemen für die Lieferanten, die ansässigen Einzelhändler sowie ihre Kunden, wenn ein uneingeschränktes Halteverbot eingeführt werden sollte. „Wie sollen die Geschäfte dort denn dann bestehen bleiben?“, fragte Kretschmer, für den ein striktes Durchgreifen in der Eckernförder Straße zu große Schwierigkeiten für ihr Wirtschaftsleben bedeuten würde. Solveig Seelbach (CDU) machte in diesem Zusammenhang den Vorschlag, das absolute Halteverbot nur außerhalb der gängigen Öffnungszeiten der Geschäfte gelten zu lassen, sodass Lieferanten und Kunden nicht darunter zu leiden hätten.

Kompromiss zeichnet sich ab

Im weiteren Verlauf der Diskussion kamen unterschiedliche weitere Modelle zur Sprache, die von einem nur punktuell umgesetzten Halteverbot bis hin zur Einführung besonderer Kurzzeitparkplätze für Anlieger reichten. Hierfür müssten allerdings bereits bestehende Langzeitparkplätze umgewidmet werden, was den Parkdruck im Viertel erhöhen würde. Als Initiatorin des ursprünglichen Antrags zeigte sich Tabea Philipp mit der Perspektive einer Kompromisslösung einverstanden. „Ich möchte Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer erreichen“, bekannte sie. Dementsprechend will der Ortsbeirat die verschiedenen Anregungen nun in ihren Antrag integrieren, der dann in seiner nächsten Sitzung verabschiedet werden könnte.

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