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Kiel Ein kürzerer Weg zur letzten Ruhestätte
Kiel Ein kürzerer Weg zur letzten Ruhestätte
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17:58 09.07.2009
Kiel

Es ist still. Kein Straßenlärm stört die Ruhe. Nur ab und zu ist ein Schiffstuten zu hören und selten bläst ein frischer Ostwind durch Büsche und Bäume. Weder repräsentative Grabstätten noch prachtvolle Architektur wie etwa auf dem Süd-, Nord- oder Eichfriedhof charakterisieren den Ostfriedhof. Dieser zeichnet sich eher durch einen zurückhaltenden Charme aus. Vielleicht liegt es daran, dass über die Geschichte des Ostfriedhofs relativ wenig bekannt ist. Die Forscher haben sich auf die prominenteren Friedhöfe gestürzt. Die Historie des Ostfriedhofes ist aber nicht minder interessant.

Für die Menschen in Ellerbek und Wellingdorf bedeutete eine Beisetzung kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert eine Tagesunternehmung. Der Kirchweg zum damaligen zentralen Friedhof in Elmschenhagen war weit und beschwerlich. Überliefert wurde, dass die nur aus Männern bestehenden Trauerzüge - Frauen und Kinder blieben zu Hause - dabei auch von Bullen attackiert worden sind. Zudem konnten viele die Kosten für die Fuhrwerke nur schwer aufbringen. Die Rufe nach einem eigenen Friedhof in der Bugenhagen-Kirchengemeinde mit seinen Pfarrstellen Ellerbek und Wellingdorf wurden lauter. Zudem hatten sich beide Gemeinden - bis zur Eingemeindung in das Kieler Stadtgebiet 1910 eigenständig - im Zuge der Industrialisierung des Ostufers explosionsartig vergrößert.

Nachdem der Haus- und Grundbesitzerverein für Ellerbek und Wellingdorf ein „ergebenes Ersuchen“ an beide Gemeindevertretungen gerichtet hatte, stimmten die politischen Gemeinden schließlich zu und bewilligten jeweils 15.000 Mark Zuschuss. Die Kirchengemeinde konnte gut 5,1 Hektar Land vom Kaufmann Möller für 42.000 Mark erwerben. Am 4. Juli 1909 wurde der Ostfriedhof um 16 Uhr eingeweiht - allerdings ohne große Feierlichkeiten.

Ida Karstens, Frau des damaligen Pastors Julius Karstens, war die Erste, die am 6. Juli 1909 auf dem A I. Nr. 1, beigesetzt wurde. Der Grabstein, der im Zweiten Weltkrieg durch Bombensplitter beschädigt worden war, steht heute in etwa wieder an der früheren Stelle. Eigentlich war er schon verloren, denn Steinmetz Möller sollte ihn viele Jahre später entsorgen. Der brachte das nicht übers Herz und bewahrte den Stein auf. Der heutige Friedhofsleiter Carsten Steffens entdeckte den Stein und ließ ihn wieder aufstellen.

Das wachsende Kiel benötigte in den 1930er Jahren mehr Friedhofsfläche und fand diese auf dem Ostufer in Wellingdorf. Sie kaufte der Kirchengemeinde den direkt an der Stadtgrenze liegenden Friedhof - die heutigen Verwaltungsgebäude liegen aber auf Schwentinentaler Gebiet - für 40.000 Mark ab und integrierte eine städtische Fläche. Der Kaufvertrag wurde am 1. April 1939 unterschrieben. Das Areal, auf dem bis dahin 3916 Menschen beigesetzt worden waren, vergrößerte sich auf gut acht Hektar. In den nächsten 70 Jahren wurden weitere 11.535 Menschen beigesetzt. Heute gibt es auf dem Ostfriedhof auch einen islamischen Friedhof.

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