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Kiel Einheitsfest war friedlicher als Kiwo
Kiel Einheitsfest war friedlicher als Kiwo
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15:30 04.10.2019
Von Frank Behling
Teilnehmer eine Anti-Einheitsfeier-Demo zündeten am Bootshafen Pyrotechnik. Die Kieler Polizei lobte aber auch hier den insgesamt friedlichen Verlauf. Nur von acht Teilnehmern musste die Personalien nach einer Sitzblockade aufgenommen werden. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die Zahlen der Polizei sind für ein Fest dieser Größe eine echte Überraschung. Während der gesamten Veranstaltungsdauer zum Tag der Einheit wurden in Kiel nur zwei Strafverfahren eingeleitet und sechs Platzverweise erteilt, so die Polizei. Zum Vergleich: Allein am Eröffnungstag der Kieler Woche 2019 gab es 36 Straftaten und 30 Platzverweise.

"Für unsere Einsatzkräfte war das eigentliche Fest der abschließende Höhepunkt einer echten Mammutaufgabe, die seit vielen Monaten mit zunehmender Intensität vorbereitet wurde. Sie alle haben mit großartigem Engagement und viel Umsicht dafür gesorgt, dass an diesen beiden Tagen in Kiel von fast 500 000 Gästen ein friedliches und fröhliches Bürgerfest gefeiert werden konnte", so Innenminister Hans-Joachim Grote.

Die beiden einzigen Strafanzeigen wurden von der Polizei wegen Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte gefertigt. Ein Schwerpunkt war dabei eine Demonstration von Gegnern der Einheitsfeier am Donnerstag. Etwa 400 Teilnehmer verschiedener Vereinigungen aus dem linken Spektrum von Antifa bis FdJ und der KP zogen um den Sperrbereich der Sparkassen-Arena durch die Innenstadt.

Nur ein wenig Böller, Pyrotechnik und Sitzblockade

Dabei wurden aber nur vereinzelt Böller oder Pyrotechnik gezündet. Von acht Teilnehmern der Demonstration wurden nach kurzer Sitzblockade auf der Stresemann-Straße die Personalien aufgenommen. Sonst blieb aber auch diese Demonstration friedlich.

Das Thema Alkohol spielte diesmal auch keine Rolle. Nur eine Person wurde im stark alkoholisierten Zustand von der Polizei in Gewahrsam genommen. "Ich bin mit dem Verlauf des polizeilichen Einsatzes zum Tag der Deutschen Einheit sehr zufrieden", sagt Jürgen Funk, Leiter der Polizeidirektion Kiel und verantwortlicher Einsatzleiter.

Ein positives Fazit kam auch von Feuerwehr und Rettungsdienst. "Es war ein wirklich friedliches Bürgerfest. Wir hatten deutlich weniger Einsätze als an vergleichbaren Kieler-Woche-Tagen, was auch an dem niedrigeren Alkoholkonsum lag. Es gab für den Rettungsdienst kaum Einsätze durch Betrunkene", so Thomas Hinz, Amtsleiter der Kieler Berufsfeuerwehr. 

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Brennpunkt Bahnhof

Ein Brennpunkt war diesmal der Bahnhof, wo es aufgrund einen starken Besucherstrom gab. Das Angebot um kostenlosen ÖPNV hatten Bahn und Bus-Anbieter aber an den Rand der Kapazitäten gebracht. Viele Fahrgäste mussten lange warten oder sich alternative Möglichkeiten für die Heimreise suchen.

"Wir haben alles eingesetzt was möglich war. es wurden auch extra Kapazitäten aus anderen Regionen geholt. Der Ansturm war aber wirklich groß", bestätigt Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. Zur Verstärkung wurden vom Sylt-Shuttle sowie aus Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland Züge geholt.

Im Kieler Bahnhof leiteten Beamte  der Polizei und des privaten Ordnungsdienstes die Besuchermassen. "Die Stimmung der Reisenden blieb ungetrübt. Trotz sehr voller Züge im Regionalverkehr verhielten sich die meisten Bürgerinnen und Bürger sehr umsichtig und gingen mit der Situation gelassen um", sagt der Leitende Polizeidirektor Jürgen Kepura, Einsatzleiter der Bundespolizei.

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Hubschrauber, Boote und Fahrzeuge der Polizei aus ganz Deutschland

Der Kräfteansatz der Polizei war diesmal auch so groß, wie lange nicht mehr. Zum ersten Mal in der Geschichte Kiels gab es eine fast 36 Stunden dauernde Luftüberwachung durch Polizeihubschrauber über der Innenstadt. Zweitweise waren am Feiertag sogar drei Polizei-Hubschrauber gleichzeitig am Himmel.

Da Schleswig-Holsteins Polizei selbst nur über Drohnen für den Einsatz über der Kieler Altstadt verfügte, halfen die Fliegerstaffeln der Bundespolizei sowie sowie Polizeihubschrauber aus Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen bei der Überwachung aus der Luft.

Bei den Fahrzeugen am Boden gab es einen Fuhrpark aus ganz Deutschland. Die Demonstration sicherten bayrische Streifenwagen aus Straubing und Nürnberg zusammen mit Wagen aus Kiel und Hannover. Am Ostseekai war eine Hundertschaft aus Nordrhein-Westfalen im Einsatz.

Für die Einsatzleitung und Koordination der Kräfte wurde neben der Leitstelle der Polizei auch die Berufsfeuerwehr eingebunden. Die neue Feuerwehr-Leitstelle wurde dabei genauso genutzt, wie die alte Leitstelle, die Ende vorigen Jahres stillgelegt wurde. "Wir konnten unsere alte Leitstelle der Staatskanzlei anbieten", berichtet Hinz.   

Bundeswehr half auch mit

Auf dem Flughafen in Kiel-Holtenau wurden an den beiden Tagen die Polizeihubschrauber betankt und in Ruhephasen abgestellt. Auf der Förde bekam die Wasserschutzpolizei Unterstützung durch Einsatzboote aus den Nachbarbundes-Ländern. Außerdem waren Spezialkräfte aus ganz Deutschland nach Kiel verlegt worden. Größtes Polizeischiff beim Fest war die "Potsdam" der Bundespolizei.

Logistische Unterstützung gab es durch die Bundeswehr. Ein Großteil der auswärtigen Polizeikräfte wurde im Marinestützpunkt einquartiert. Aber auch die stillgelegte Liegenschaft der britischen Streitkräfte in Holtenau sowie andere Dienststellen der Bundeswehr wurden genutzt.

Der größte Einsatz an den beiden Festtagen forderte nur die Kieler Feuerwehr. Ein Brand einer Mikrowelle und eine chemische Reaktion von Reinigunsgmitteln lösten am Mittwochabend Alarm im Uni-Klinikum aus. Mehr als 50 Einsatzkräfte waren dort vor Ort. Aber auch dort ging alles glimpflich aus.

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