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Kiel Eine spanisch-deutsche Liaison
Kiel Eine spanisch-deutsche Liaison
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12:53 29.01.2017
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Helmut Zipner serviert Leckeres in seinem Restaurant El Mövenschiss. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Ich schlemme für mein Leben gerne. Zusammen mit meinem Mann, der als gelernter Koch sehr kritisch ist, habe ich mich auch schon von einigen sternedekorierten Küchenchefs in Schleswig-Holstein verwöhnen lassen. Aber ein Restaurant, wo wir beide immer wieder gerne einkehren, ist das El Mövenschiss im Olympiazentrum in Schilksee. Denn hier stimmt einfach alles: die Freundlichkeit des Servicepersonal, das Preis-Leistungsverhältnis, das Ambiente und vor allem die etwas anderen Gerichte.

Sobald man das Restaurant betritt, wird man freundlich und beinahe familiär begrüßt. Man fühlt sich sofort geborgen und gut aufgehoben, zumal das Personal auch bei Sonderwünschen nicht das Gesicht verzieht. Für mich ist es einfach wichtig als Gast wahrgenommen zu werden. Schließlich lässt man ja auch so manchen Euro dort. Seit April 2010 hat dort die Familie Zipner der einstigen Bauernstube frischen Wind in Küche und Ausstattung eingehaucht. Am Herd stehen Koch und Konditor Helmut Zipner, langjähriger Pächter der Kantine im Landeshaus, und sein Sohn Andre Zipner, der Koch im Hotel Atlantik gelernt hat und fünf Jahre Gastronomie-Erfahrung aus Spanien mitbringt. So verwundert es auch nicht, dass vor dem Mövenschiss, dem klassischen Glücksbringer, den man sich beim Spazierengehen an der Küste schon mal einfangen kann, ein „El“ den Namen des Restaurants ziert.

Eine spanisch-deutsche Liaison

 Natürlich setzt sich auch in der Küche diese spannende, spanisch-deutsche Liaison fort. Bei den Tapas ab 17.30 Uhr gibt es zum Beispiel nicht nur spanische Klassiker wie glasierte Chorizo in Honig und Sherry auf Couscous, Serranoschinken mit Brotchips oder Manchego-Käse mit Quittengelee, sondern auch typisch norddeutsche Häppchen wie hausgebeizten Lachs auf Rösti, Labskaus mit Rollmops-Spieß, Rübenmus oder Kieler Sprotten. Eine witzige Idee, wie ich finde und toll, wenn man auswärtige Gäste, die hiesige Gerichte kosten wollen. Natürlich gibt es auch größere Portionen in der gut strukturierten Speisekarte, die das Konzept fortsetzt.

 Es macht einfach Spaß, darin zu blättern und zu entdecken, was sich hinter Schilkseer Fischsuppe, Seglerfrühstück, Pasta iberico, Schilkseer Fischplatte, Solomillo al whisky oder Presa iberico verbirgt. Ich will nicht zu viel verraten, aber es schmeckt alles. Dazu steht noch einiges auf der tagesaktuellen Karte, sodass es bisher nie langweilig wurde.

Auf Vertrauensbasis

 Dank der offenen Küche kann man sogar zugucken, wie das Essen zubereitet wird. Das schafft Vertrauen beim Gast. Übrigens gibt es hier durchgehend warme Küche (Mo-Do 14.30-17.30 Uhr) mit kleinerer Karte. Als ich kürzlich mal zu Kaffee und Kuchen vorbeigeschaut habe, war das Restaurant sogar um 15 Uhr erstaunlich gut besucht. Und ich möchte noch erwähnen, dass auch der stets selbst gebackene Kuchen (Mandarine mit Schmand) köstlich war.

 Was mich aber vor allem fasziniert, ist das stimmige Konzept und die vielen kleinen maritimen Details. Schiffe, Möwen, Fische und Strandgut gehören hierher, und direkt am Meer wirken sie auch nicht kitschig. Dazu kommt manche originelle Note wie der Name des täglich wechselnden Mittagstischs: „Das jüngste Gericht“ oder „Möwenschiss“, der traditionelle Kurze mit Korn, Salami und Meerrettich. Am liebsten sitze ich am Fenster. Dann heißt es einfach nur: gucken, gucken. Die Aussicht auf das Meer entschleunigt mich. Das El Mövenschiss: mein kleiner Urlaub für zwischendurch.

Von Martina Schulz

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