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Kiel Glücklicher Zufall rettet ganze Familie
Kiel Glücklicher Zufall rettet ganze Familie
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20:28 12.01.2017
Von Thomas Paterjey
Kohlenmonoxid-Vergiftung im Haus Nr. 42 im Landecker Weg in Kiel Elmschenhagen: Links Altan Boyaci (31) mit seinem Bruder Dogan (29). Quelle: Ulf Dahl
Elmschenhagen

Wie durch ein Wunder wurde die Gefahr aber bemerkt: „Meine Tante hatte sich den Wecker auf drei Uhr gestellt, weil sie zur Arbeit musste“, sagt Altan Boyaci am Morgen danach. Er wohnt nur wenige Häuser entfernt. „Sie stand auf und ging in die Küche, um sich Kaffee zu kochen.“ Dadurch wurde Boyacis Mutter geweckt, die im Wohnzimmer nebenan schlief. Die Frau stand auf und wollte zur Toilette gehen. „Vor der Toilette brach meine Mutter aber zusammen. Meine Tante versuchte, die anderen zu wecken – aber niemand wurde wach“, beschreibt der 31-Jährige die dramatischen Szenen, die sich in dem Eckhaus am Landecker Weg abgespielt haben.

Wenig später wären alle tot gewesen

In ihrer Panik rief die Tante bei Altan Boyacis Bruder Dogan (29) an, der sofort herbeieilte und einen Notruf absetzte. Den Zusammenbruch der Mutter, die erst vor einem guten halben Jahr zusammen mit einer Tochter in das rote Backsteinhaus gezogen war, hielten beide zunächst für einen Schlaganfall. Als gegen halb vier ein Rettungswagen eintraf, wurde rasch klar, dass etwas anderes dahinter steckte: „Die Rettungskräfte hatten ein Messgerät dabei, das sofort anschlug“, sagt Altan Boyaci. „Es war ein extrem hoher Anteil Kohlenmonoxid in der Luft. Wären sie nur wenige Minuten später gekommen, dann wären alle tot gewesen.“

Sofort rissen die Helfer alle Fenster auf und sorgten für Durchzug. Altan Boyaci, dessen Frau im sechsten Monat schwanger ist, wusste zu diesem Zeitpunkt noch von überhaupt nichts. Unterdessen rasten drei weitere Rettungswagen, ein Notarzt und mehr als 40 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr Elmschenhagen in die enge Seitenstraße des Andreas-Hofer-Platzes. Alle sechs Familienmitglieder, darunter auch ein Kind, wurden mit Vergiftungssymptomen ins Städtische Krankenhaus und in die Uniklinik gebracht. Schon am Donnerstagvormittag stand fest, dass sie alle außer Lebensgefahr sind, wenn sie auch noch mindestens für einen Tag an den Maschinen angeschlossen bleiben mussten.

Auch die Ersthelfer atmeten giftige Gase ein

Das giftige Gas eingeatmet haben offenbar aber auch die Ersthelfer: Noch in der Nacht wurde ein Rettungssanitäter im Krankenhaus untersucht, Dogan Boyaci sowie einige der Nachbarn mussten sich sicherheitshalber noch einem Gesundheitscheck unterziehen lassen.

Warum es zum Austritt des Kohlenmonoxids kam, war am Donnerstag noch nicht geklärt. Als mögliche Ursache habe ein Heizungsinstallateur einen defekten Schalter ausgemacht, sagt Altan Boyaci. Dieser hätte die Gastherme eigentlich abschalten sollen, dies jedoch möglicherweise nicht getan, da sich in den vergangenen Jahren zu viel Ruß und Dreck in der Anlage angesammelt haben könnte. Wie regelmäßig die Heizung durch den Vorbesitzer gewartet wurde, weiß Altan Boyaci nicht. Als Handyverkäufer hat er zwar einigen technischen Sachverstand, aber „mit Gas-thermen kenne ich mich nicht aus“.

"Das war unser Glück"

Mehr noch als die Frage nach der Ursache beschäftigt die türkischstämmige Familie der glückliche Ausgang des nächtlichen Dramas. „Meine Tante wohnt in Hamburg, sie war nur zu Besuch hier“, sagt Altan Boyaci. „Eigentlich wollte sie schon am Mittwochabend wieder fahren, dann blieb sie aber doch bis Donnerstagmorgen – das war unser Glück.“

Der Investor des geplanten Hotels an der Sparkassen-Arena bleibt bei seinem Nein zu einem Fassadenwettbewerb. Revitalis-Vorstand Thomas Cromm hat am Donnerstag eine entsprechende Bitte des Oberbürgermeisters abgelehnt.

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