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Kiel Wettlauf um zwei Dezernentenstellen
Kiel Wettlauf um zwei Dezernentenstellen
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08:14 08.04.2014
Von Martina Drexler
Während einer Sondersitzung des Kieler Rates am 14. April sollen zwei Dezernenten gewählt werden. Quelle: hfr
Kiel

Die Ratsmehrheit von SPD, Grünen und SSW setzt dabei auf zwei, die bereits im Rathaus sitzen. So soll die parteilose Renate Treutel, seit einem Jahr Amtsleiterin für Schule, Kinder- und Jugendeinrichtungen, nach der Teilung des bisherigen Sozialdezernats die Zuständigkeit für Jugend, Bildung und Kreative Stadt übernehmen. Gerwin Stöcken (SPD), früher Geschäftsführer des Jobcenters und Mitarbeiter im OB-Büro, schlägt das Bündnis zum Stadtrat für Soziales, Wohnen, Gesundheit und Sport vor. Stöcken stieß zu Beginn seiner Bewerbung in den eigenen Reihen noch auf Vorbehalte. Doch die Zweifel scheinen ausgeräumt.

CDU, FDP, Linke und Piraten sprachen sich dagegen am Montagabend nach ihren Fraktionssitzungen für eine parteilose Kandidatin, die frühere Leiterin des Fachbereiches Soziales, Arbeit und Gesundheit des Kreises Rendsburg-Eckernförde und heute in ähnlicher Position in Potsdam arbeitende Anke Latacz-Blume, aus. Stöcken und sie hätten beide einen persönlich guten und fachlich äußerst kompetenten Eindruck gemacht, erklärten die Fraktionen in einer gemeinsamen Presseerklärung. Aber vor allem aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit und besseren interfraktionellen Zusammenarbeit habe man sich „nach reiflicher Überlegung“ für die Juristin entschieden. Renate Treutels Kandidatur als Stadträtin überzeugte dagegen von Beginn an über alle Fraktionsgrenzen hinweg.

Die Wahlen werden nötig, da der bisherige Sozialdezernent Adolf-Martin Möller (parteilos) am 21. April in den Ruhestand geht und sein Zuständigkeitsbereich mit 1850 Mitarbeitern auf Betreiben von Rot-Grün-Blau geteilt wird. Die Neuen werden ihre Ämter wahrscheinlich am 1. Mai antreten, Kämpfer, der wie seine Vorgängerin Susanne Gaschke auch das Wirtschaftsdezernat übernehmen will, am 22. oder 28. April. Damit wäre die Stadtspitze, der Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) und Kämmerer Wolfgang Röttgers (SPD) angehören, ein halbes Jahr nach Gaschkes Rücktritt nicht nur wieder komplett, sondern auch um einen Posten aufgestockt.