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Kiel Eine Frage der Hygiene
Kiel Eine Frage der Hygiene
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10:59 05.02.2018
Von Thomas Paterjey
Desinfektionsspray nach dem Geldanfassen: für Tanita Wegener von den „Bordesholmer Wurstspezialitäten“ eine Selbstverständlichkeit. Quelle: Frank Peter
Kiel

Frisch und regional – das sind zwei Pfunde, mit denen die Kieler Wochenmärkte wuchern können. Gerne kaufen Ulrike Jäger und ihr Mann Philipp C. Jäger aus Molfsee hier ein. Gerade jetzt im Winter, wo Erkältungskrankheiten die Runde machen, fragen sie sich aber, wie es um die Hygiene an den Ständen bestellt ist. „Leider fällt uns in letzter Zeit auf, dass beispielsweise der Aufschnitt von den Mitarbeitern mit den Händen angefasst wird“, sagt Ulrike Jäger. „Ebenso werden die Münzen und Scheine mit bloßen Händen angefasst. Vielleicht bin ich übersensibel und zu penibel – aber ich finde das widerlich.“

Marktkaufleute-Verband: Der Kunde soll Probleme ansprechen

Für Stefan Wegener ist das Thema kein neues: Der Inhaber der „Bordesholmer Wurstspezialitäten“ ist zugleich Vorsitzender des Landesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute und betont: Die Branche achtet sehr auf Hygiene. In seinem eigenen Betrieb setzt er auf Wasser und Seife. Außerdem hat der Fleischermeister zwei Spender für Desinfektionsmittel im Wagen installiert und hält kleine Fläschchen mit dem Mittel bereit. Falls bei einem Stand einmal etwas unhygienisch erscheine, solle der Kunde das ansprechen, rät er: „Wenn ich in einem Restaurant bin, und das Glas ist dreckig, dann sage ich doch auch was.“

Ein Rundgang über den Blücherplatz ergibt, dass es viele andere Händler ganz ähnlich handhaben. Auch Käsehändler Reimer Reimers beispielsweise schwört auf das Händewaschen. Und die meisten Kunden, die auf dem Markt einkaufen, sind bei dem Thema recht entspannt. Cornelia Vettel sorgt sich beim Essen eher um Pestizide als um Keime. „Auf dem Wochenmarkt weiß ich, wo die Ware herkommt“, sagt sie. Seniorin Ursula Farber kauft nur bei den Ständen ein, wo sie Vertrauen und ein gutes Gefühl hat. „Es gibt solche und solche Händler“, sagt sie.

Stadt und Verbraucherschützer sehen keine Probleme

Es gibt eine Vielzahl von Rechtsvorschriften, die für gute Hygiene auf dem Wochenmarkt sorgen sollen. „Der Gesetzgeber lässt den Betrieben viele Freiheiten“, sagt Gudrun Köster von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Als problematisch schätzt die Referentin für Lebensmittel und Ernährung die Praxis auf den Wochenmärkten nicht ein. „Der Inverkehrbringer von Lebensmitteln ist dafür verantwortlich, die Hygiene zu gewährleisten.“ Und das klappt in der Regel gut. Wichtig sei das regelmäßige Händewaschen und – bei verderblichen Waren wie Wurst – das Einhalten der Kühlkette.

Die Stadt Kiel teilte auf Anfrage mit, dass die Lebensmittelüberwachung konkreten Beschwerden von Bürgern kurzfristig nachginge. Die Lebensmittelhygiene-Verordnung verpflichte die Marktbeschicker, „Lebensmittel vor nachteiliger Beeinflussung zu schützen“, sagte Arne Ivers vom Presseamt der Stadt. Dazu zähle auch, leicht verderbliche Erzeugnisse wie beispielsweise Brühwurst vor einer Belastung mit Mikroorganismen zu schützen: „Ein hygienischer Umgang bedingt nicht das Tragen von Handschuhen, sondern kann auch mit gereinigten und desinfizierten Händen erfolgen.“

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