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Kiel Premiere: Fährschiff unter Landstrom
Kiel Premiere: Fährschiff unter Landstrom
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19:08 09.05.2019
Von Michael Kluth
Sie schalteten am Norwegenkai die Landstromanlage ein (v. li.): Norbert Brackmann von der Bundesregierung, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Reeder Trond Kleivdal, Ministerpräsident Daniel Günther, Hafenchef Dirk Claus. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Zum Start der 1,2 Millionen Euro teuren Anlage begrüßte Hafenchef Dirk Claus den Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU), Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), den maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, den Wirtschaftsstaatssekretär Thilo Rohlfs und den Reeder Trond Kleivdal.

"Das ist für uns ein großer Tag", sagte Claus. Ziel sei es, 60 Prozent der Energie aller im Hafen liegenden Schiffe mit Landstrom zu erzielen. "Dies sind die ersten 20 Prozent", frohlockte der Hafenchef.

Bundesregierung kündigt Maßnahmen für Landstrom an

Für die Bundesregierung kündigte Koordinator Brackmann ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung von Landstromanlagen in allen deutschen Häfen an. Es enthält vier Vorschläge: eine Anschluss- und Abnahmepflicht von Landstrom, eine Reduzierung der Erneuerbare-Energien-Umlage für Häfen um 80 Prozent wie bei der Bahn, Investitionshilfen sowie mobile Landstromanlagen.

Die norddeutschen Bundesländer müssen dem Maßnahmenpaket zustimmen. Es soll bei einem Treffen der Chefs der Staatskanzleien am 28. Mai beraten werden.

Günther sichert Unterstützung zu

Ministerpräsident Günther freute sich, dass er bei einer Diskussion mit 400 Schülern im Kieler RBZ Wirtschaft am selben Morgen auf kritische Klimaschutz-Fragen erstmals habe antworten können: "Heute haben wir Landstrom."

Das Land werde die Umrüstung auf Landstrom- und Flüssiggas-Antriebe weiter unterstützen, sagte Günther. Bei der Anlage am Norwegenkai ist das Land mit rund 400.000 Euro dabei.

Ziel: Ökologischster Hafen Europas

Oberbürgermeister Kämpfer sagte: "Wenn jemand behauptete, das wurde auch Zeit, dann fiele es mir schwer zu widersprechen." Er bekräftigte, Kiel solle "der ökologischste und nachhaltigste Hafen Europas" werden. "Unser Ehrgeiz ist nicht klein", sagte er.

Reeder Kleivdal bekannte sich ausdrücklich zum Landstrom und versicherte, Color Line treibe die Antriebsart in allen Häfen voran, die die Reederei anlaufe.

Jeder zweite Euro in den Klimaschutz

Der Kieler Seehafen steckt nach eigenen Angaben mittlerweile die Hälfte seiner Investitionen in Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Im nächsten Jahr soll Landstrom auch Kreuzfahrtschiffe am Ostseekai und die Schweden-Fähren versorgen. Die Kosten dafür betragen rund 13,5 Millionen Euro.

Für den Ostseekai rechnet der Hafen laut Geschäftsführer Claus damit, dass im ersten vollen Betriebsjahr 70 bis 80 Kreuzfahrtschiffe mit Landstrom versorgt werden können.

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