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Kiel 3000 Pässe stempeln im Akkord
Kiel 3000 Pässe stempeln im Akkord
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10:16 28.04.2018
Von Frank Behling
Mit der „MSC Preziosa“ sind am Morgen rund 3000 Passagiere aus Brasilien und Argentinien in Kiel eingetroffen. Das Schiff startet am Sonnabend in die Sommersaison.  Quelle: Frank Behling
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Kiel

Der erste Doppelanlauf von zwei großen Kreuzfahrtschiffen sorgt im Kieler Hafen am Sonnabend für Aufsehen. Kurz nacheinander hatten bei Sonnenaufgang die „Aidaluna“ und die „MSC Preziosa“ am Ostseekai festgemacht.

Für die „MSC Preziosa“ ist es dabei in Kiel die Premiere. Das 2013 von Sophia Loren in Genua getaufte in Dienst gestellte Schiff ist mit 139072 BRZ das größte bislang in der Landeshauptstadt in einem Sommer stationierte Kreuzfahrer. Der 333 Meter lange Koloss bescherte am Morgen aber auch der Bundespolizei ganz viel Arbeit.

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Mit dem Schiff trafen nämlich 2890 Passagiere aus Brasilien und rund 100 Argentinier in Kiel ein, die am 8. April von Santos aus zur Kreuzfahrt nach Europa aufgebrochen waren. Kiel ist für sie der Schlusspunkt dieser dreiwöchigen Seereise. Viele dieser Passagiere sollen am Vormittag auf verschiedenen Wegen von Kiel zu Flughäfen weiterreisen und in ihre Heimat fliegen.

Eine so große Zahl von Passagieren aus Südamerika wurde bislang noch nicht in Kiel kontrolliert. Im Gegensatz zu den europäischen Passagieren von Kreuzfahrtschiffen müssen in diesem Fall alle Pässe der Südamerikaner durch Beamte der Bundespolizei gestempelt werden, da sie aus Nicht-Schengen-Ländern stammen.

Schengen-Kontrolle in Frankreich versäumt

Diese grenzpolizeiliche Einreisekontrolle in den Schengen-Raum hätte eigentlich bereits beim Einlaufen in den ersten Schengen-Hafen in Le Havre (Frankreich) am Mittwoch erfolgen sollen. Geschah dort aber nicht. „Warum die Passagiere in Frankreich nicht nach den Schengen-Regeln bei der Einreise kontrolliert wurden, ist uns nicht bekannt. Die Bundespolizeiinspektion hat sich aber entschlossen, diese Kontrolle jetzt in Kiel durchzuführen“, sagt Sven Klöckner von der Bundespolizeiinspektion Kiel.

 Geschieht diese Kontrolle mit dem Abstempeln der Pässe nicht, könnten die Passagiere bei der Ausreise an den Flughäfen Probleme bekommen. Da die Pass- und Sichtkontrolle von 3000 südamerikanischen Passagieren sehr aufwändig ist, wurde die Bundespolizei am Ostseekai am Sonnabend extra verstärkt. „Wir haben dort jetzt etwa 20 Beamte im Einsatz“, bestätigt Klöckner auf Anfrage. Die Bereitstellung der zusätzlichen Kräfte war möglich geworden, da die Bundespolizei Berits am Freitag erfuhr, dass es in Frankreich keine Schengen-Kontrolle der „MSC Preziosa“ gab.

Die „MSC Preziosa“ wird bis zum 8. September jeden Sonnabend in Kiel erwartet und am Ostseekai festmachen. Das Schiff startet von hier aus zu 20 Reisen nach Norwegen oder in die Ostsee. Mit einer Kapazität von bis zu 4345 Passagieren ist es eines der größten Schiffe der Flotte der Reederei MSC Cruises.

Sommer-Ausrüstung muss eingeladen werden

Zu den Highlights an Bord sind die preisgekrönte 120 Meter lange Wasserrutsche „Vertigo“, die mit einem gläsernen Teilstück den Eindruck vermittelt, als schwebe man bei der Nutzung frei über dem Meer. Zur Ausstattung gehört außerdem ein eigener Jacht-Club an Bord sowie eine der größten Poollandschaften der Kreuzfahrtflotte. Das Treppensteigen wird in den öffentlichen Bereichen des Schiffes zum Erlebnis. In die gläsernen Stufen sind dort funkelnde Swarovski-Steinchen eingelassen.

Die „Aidaluna“ und die „MSC Preziosa“ sollen im Laufe des Abends Kiel verlassen. Die „Aidaluna“ soll gegen 18 Uhr starten. Bei der „MSC Preziosa“ ist die Abfahrt zwar ebenfalls für 18 Uhr geplant. Es kann aber etwas später werden, da das Schiff in Kiel nach der Wintersaison in Südamerika noch mit sehr viel Ausrüstung für den Sommer in Nordeuropa versorgt werden muss.

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