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Kiel Plastikplanen waren der Renner
Kiel Plastikplanen waren der Renner
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00:16 09.04.2014
Von Paul Wagner
Die Besucher wussten sich zu helfen: Regenschirme und Kapuzen bestimmten gestern das Bild beim ersten Innenstadt-Flohmarkt der Saison. Quelle: vr
Kiel

Händler halfen sich mit Plastikplanen und Handtüchern – Kunden mit Regenschirmen und Kapuzen. Fast während des gesamten gestrigen Sonntags ging ein anhaltender Nieselregen über Kiel nieder und verwässerte vor allem den Verkäufern beim ersten städtischen Flohmarkt der Saison die Stimmung. Wer konnte, rettete sich und seinen Trödel unter ein trockenes Vordach oder in einen Hauseingang. „So ein Elend“, sagte eine Händlerin, die ihre Waren an einer zugigen Stelle unter Planen verstecken musste. Kaum ein Kunde, der auch darunter blickte. Wie diese Verkäuferin hatten viele Händler schon kurz nach dem Mittag die Nase voll und packten ihre Waren ein. „Wenn man die Standgebühren bedenkt, hat sich diese Nummer heute gar nicht gelohnt“, schimpfte die Frau.

 Wenige Meter weiter hatte Antiquitätenhändler Ulrich Frenz mit seinem Stand einen trockenen Platz gefunden. Er verließ sich zuvor auf seine Erfahrung: Um seine empfindlichen Möbel, Bilder, Vasen und Plastiken präsentieren zu können, hatte er sich schon am Vorabend einen Stellplatz unter den Arkaden am Rathaus gesichert und besetzt. „Ich habe mir schon gedacht, dass es heute den ganzen Tag regnen würde“, sagte Frenz. Trotz des trockenen Stellplatzes sei es für den Rentner aus Schuby, der seit 40 Jahren auf Flohmärkten steht, „kein guter Start in die neue Saison“ gewesen. Viele Kunden ließen sich die Stimmung allerdings nicht verhageln. So wie Annika Burg, Chris Cornils und Linda Müller. „Das Wetter ist zwar durchwachsen, aber eigentlich geht es noch“, sagte Chris Cornils. Schließlich sind die drei jungen Kieler unter den Regenplanen bei ihrer Suche dann auch fündig geworden. Ihre wasserfest verpackte Ausbeute: „Eierbecher aus den 1920er Jahren“, freute sich Annika Burg.

 Weniger gut gelaunt war Norbert Schultz aus Hamburg. Auf dem Rathausplatz hatte er Dutzende Koffer mit Musik-CDs und Schallplatten aufgebaut und gestern kaum einen Tonträger verkauft. Stattdessen musste er mit einem Handtuch stetig dafür sorgen, dass seine Ware trocken blieb und sich das Wasser nicht in den Koffern staute. „Seit zwei Stunden bin ich hier ununterbrochen am Wischen“, schimpfte Schultz. „Nicht mal das Geld für den Sprit“, hatte er nach eigenen Angaben bis zum Nachmittag in der Kasse.

 Nicht nur der Hamburger Musik-Händler hofft: Beim nächsten Mal bleibt das Wasser von oben aus. Der kommende städtische Flohmarkt findet am Sonntag, 27. April, von 8 bis 16 Uhr in der Kai-City am Willy-Brandt-Ufer statt.