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Kiel „Eurodam“ weiht Liegeplatz 1 ein
Kiel „Eurodam“ weiht Liegeplatz 1 ein
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00:16 12.06.2013
Von Frank Behling
Seehafenchef Dirk Claus überreichte dem Kapitän der "Eurodam", Henk Keijer, ein symbolisches Handtuch. Begrüßt wurde das Kreuzfahrtschiff auch von Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke und Wirtschafts-Staatssekretär Ralph Müller-Beck. Quelle: Behling
Kiel

Während die beiden anderen Schiffe am Ostseekai festmachten, drehte Kapitän Henk Keijer seine „Eurodam“ vor der Schwentinemündung und manövrierte es mit Beratung durch einen Seelotsen mit dem Heck voran in den Ostuferhafen.

Dort warteten trotz der frühen Stunde  Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke, Wirtschafts-Staatssekretär Ralph Müller-Beck und Seehafen Kiel-Chef Dirk Claus. Zusammen mit dem Kapitän weihten sie kurz nach 7 Uhr den Liegeplatz offiziell durch das Zerschneiden eines blauen Bandes auf der neuen Passagiergangway ein.

Das niederländische Kreuzfahrtschiff „Eurodam“ hat am Sonntag kurz nach 6  Uhr den vierten Kreuzfahrtliegeplatz in Kiel eingeweiht. Das 285 Meter lange Kreuzfahrtschiff lief morgens zusammen mit den Kreuzfahrtschiffen „Mein Schiff 1“ und „MSC Musica“ Kiel an. Während die beiden anderen Schiffe am Ostseekai festmachten, drehte Kapitän Henk Keijer seine „Eurodam“ vor der Schwentinemündung und manövrierte es mit Beratung durch einen Seelotsen mit dem Heck voran in den Ostuferhafen.Dort warteten trotz der frühen Stunde,  Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke, Wirtschafts-Staatssekretär Ralph Müller-Beck und Seehafen Kiel-Chef Dirk Claus. Zusammen mit dem Kapitän weihten sie kurz nach 7 Uhr den Liegeplatz offiziell durch das Zerschneiden eines blauen Bandes  auf der neuen Passagiergangway ein.

Mit dem  Liegeplatz 1 verfügt der Seehafen Kiel jetzt über drei Liegeplätze für ganz große Kreuzfahrtschiffe. „Das ist ein wichtiger Schritt für uns“, freute sich Dirk Claus. Mit dem einst als Werftpier für HDW gebauten Liegeplatz verfügt Kiel jetzt auch über einen Terminal, der für die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt geeignet ist. Neben den Liegeplätzen im Stadthafen gibt es damit in Kiel jetzt Entwicklungspotenzial  im Kreuzfahrtsektor für die Zukunft. Der Liegeplatz 1 im Ostuferhafen soll die beiden Plätze am Ostseekai sowie den Liegeplatz am Norwegenkai ergänzen. 

Für „Eurodam“-Kapitän Henk Keijer war der neue Platz sehr gut geeignet. „Ein schöner Liegeplatz. Sehr gute Fender, viel Platz zum Manövrieren und gut zu erreichen. Hier liegt es sich gut“, sagte der Holländer nach dem Anlegen. Er ist seit  21 Jahren bei der Holland America  Line und war auch schon oft in Kiel an den anderen Liegeplätzen.

Der Ausbau des neuen Kreuzfahrtterminals soll Kiels Position im Kreuzfahrtmarkt weiter stärken. 5,4 Millionen Euro investiert der Seehafen deshalb bis Sommer 2014 in den Ausbau des Liegeplatzes. In einem ersten Bauabschnitt wurden an der 400 Meter langen Pier neue Fender für die Schiffe angebracht,  die Wassertiefe auf zehn Meter ausgebaggert und eine neue Gangway gebaut. Ein weiterer Bauabschnitt soll Abfertigungs- und Warteeinrichtungen für Passagiere schaffen. Das Land Schleswig-Holstein und der Bund fördern das Projekt mit 3,2 Millionen Euro.  Den Förderbescheid überreichte Sonntag früh Staatssekretär Müller-Beck an Bord der „Eurodam“ an Seehafen Chef Dirk Claus. „Das Land unterstützt diese Baumaßnahme sehr gerne. Die Auswirkungen der Kreuzfahrt spürt man ja in der Stadt an allen Ecken. Es ist deshalb wichtig, dass wir hier immer am Puls der Zeit sind“, sagte der Staatssekretär.

Kiels Oberbürgermeisterin Gaschke, die nach der nächtlichen  THW-Meisterfeier den frischen Wind um kurz vor 7 Uhr sichtlich genoss, bedankte sich bei Kapitän Keijer für die Treue zu Kiel. „Wir freuen uns noch auf möglichst viele Anläufe von Schiffen der Reederei in Kiel“, sagte sie. 

„Ich freue mich auch schon auf die Kieler Woche, das ist immer ein besonderes Ereignis“, erwiderte  Kapitän Keijer. Er wird am 29. Juni bei der Windjammerparade mit seiner  „Eurodam“ wieder in Kiel sein. Die Holland America Line ist in diesem Jahr erstmals neun Mal in Kiel - so oft wie noch nie zuvor.

Bei einer Zeremonie an Bord überreichte Hafenchef-Dirk Claus dem Kapitän für die Zukunft ein „Liegeplatz-Handtuch“ als symbolische Zusage auf eine Liegeplatzreservierung. „Wann immer Sie einen Platz in Kiel brauchen“, so Claus. Der Kapitän bedankte sich mit einem Wandteller, auf dem in Delfter Malerei  Motive der Reederei zu sehen sind.

Für die 2200 aus den USA, Kanada, Australien sowie Asien stammenden „Eurodam“-Passagiere ist Kiel der letzte Hafen einer zehntägigen Ostseekreuzfahrt. Ein Großteil der Passagiere unternahm Ausflüge nach Hamburg, Lübeck sowie Ostholstein.  20 Busse standen für diese Touren bereit. Ein Teil der Passagiere nutzte aber auch die Shuttle-Busse für Fahrten in die Kieler Innenstadt.  Das fehlende Strandwetter vermissten die wenigsten. „Wir haben überwiegend Gäste, die sich für Geschichte und die Städte interessieren“, sagte Erik Elvejord, PR-Chef der Reederei. Er war extra aus Seattle angereist und beeindruckt von dem Panoramablick vom Deck über die Förde und den Hafen.  Ein Filmteam der Reederei wurde auch ausgeschifft. Es sollte während der Liegezeit einige Eindrücke von Kiel drehen.

Die Holland America Line ist eine der Traditionsreedereien im Kreuzfahrtgeschäft. Sie wurde vor 140 Jahren in Rotterdam  gegründet und betreibt heute 15 Schiffe weltweit.  Das Hauptquartier der seit 1988 zur amerikanischen Carnival-Gruppe gehörenden Reederei steht in Seattle an der US-Pazifikküste. Die Schiffe der Reederei fahren alle unter niederländischer Flagge. Offiziere und Kapitäne der 15 Schiffe stammen überwiegend aus den Niederlanden.