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Kiel Studenten präsentieren Start-up-Ideen
Kiel Studenten präsentieren Start-up-Ideen
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07:00 09.07.2019
Von Sebastian Ernst
Eine Idee gegen den Fahrradklau mit Hilfe eines Senders in der Sattelstange präsentierten (von links) Lukas Burchard, Lena Kainar, Felix Fischer, Martje Reckow und Florian Zellmann von der Fachhochschule Kiel. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Logisch, denn das vorgegebene Thema für die Lehrveranstaltung am Fachbereich Wirtschaft war in diesem Semester "Smart City". "Das Thema Nachhaltigkeit ist extrem vielfältig", sagte Jens Langholz, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Mathematik mit den Schwerpunkten Existenzgründung und Innovationsmanagement an der FH Kiel. 32 Teams aus den Bachelorstudiengängen BWL und Wirtschaftsinformatik stellten einer vierköpfigen Jury aus Mitgliedern des Vereins Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein vor.

Der Verein besteht aus aktiven und ehemaligen Unternehmern und unterstützt junge Gründer. Bei der Präsentation prämierten sie die besten Konzepte. "Die Veranstaltung heute ist eine Gelegenheit, bei der man sieht, was für Ideen die Jugend hat", sagte Gert Lang-Lendorff, Ehrenvorsitzender des Vereins. "Das macht viel Spaß." Besonders, weil die Studenten zu "Eye Of The Tiger" auf die Bühne liefen.

Alles dabei: Marketing, IT und Geschäftsführung

"Wir haben das Modul absichtlich so früh im Studium angesetzt. Die BWL-Studierenden sind im ersten Semester, die Wirtschaftsinformatiker im zweiten", sagte Langholz. "Es geht darum, für das Thema Gründung zu begeistern und zu sensibilisieren, aber auch darum, zu zeigen, dass Bereiche wie Rechnungswesen ihre Berechtigung haben."

Die Studenten könnten so überprüfen, ob BWL wirklich der richtige Studiengang für sie ist. Denn in dem Modul ging es nicht nur darum, sich eine gute Idee für ein Start-up zu überlegen, sondern es mussten von Marketing über eine mögliche Zielgruppe bis hin zum Preis eines Produktes oder einer Dienstleistung alle Schritte bis zur Unternehmensgründung nachvollzogen und präsentiert werden.

Dabei übernahm jedes Mitglied der vier- bis fünfköpfigen Gruppe eine Rolle. "Bei uns ist jemand für das Marketing verantwortlich, ein anderer übernimmt die IT, die Geschäftsführung, den Bereich Research oder die Kundenbeziehung", sagte Lukas Burchard von der Gruppe "Bear Bike".

"Bear Bike" präsentierte eine Idee, die dem Fahrradklau vorbeugen sollte. Über einen Sender in der Sattelstange eines Fahrrads und eine Smartphone-App könne der Fahrradbesitzer jederzeit nachverfolgen, wo sich sein Fahrrad befindet. "Die Idee kam uns, weil mir tatsächlich das Fahrrad geklaut worden ist", sagte Burchard. Dabei handelte es sich bei den Zahlen, mit denen die Studenten operiert haben, nicht etwa um ausgedachte Fantasiesummen. "Die Werte sind schon ziemlich realistisch", so Burchard.

"Man fungiert als Sparringspartner in Diskussionen"

Unterstützt wurden die Existenzgründer bei der Planung ihres Unternehmens von ihren Dozenten. "Man fungiert als Sparringspartner in Diskussionen und hilft bei Fragen und offenen Punkten", sagte Doris Weßels, Professorin für Wirtschaftsinformatik. "Außerdem ging es um die Frage: Wie bringt man seine Story so auf die Bühne, dass Menschen, die zum ersten Mal von der Idee hören, die richtigen Argumente präsentiert bekommen."

Dabei ging es aber nicht immer harmonisch zu. "Einige Teams mussten sich zusammenreißen", sagte Langholz. "Es gab Konflikte zum Vorgehen und zur Ausrichtung." Aber so etwas gäbe es auch in echten Firmen. "Uns hat mit dem Projekt eine Art Hassliebe verbunden", beschrieb Burchard die Gruppenarbeit. "Auf der einen Seite wollten wir das Modul unbedingt bestehen, auf der anderen Seite hat es auch Spaß gemacht, uns mit 'Bear Bike' zu beschäftigen."

Auch wenn es hauptsächlich um das Bestehen des Moduls ging, standen am Ende der Vorträge die Gewinner fest: Platz eins ging an "Studycoach" – mit der Idee, älteren Menschen per App das Smartphone zu erklären. Zweiter wurde "Multi Lock", die ein in den Fahrradrahmen integriertes Schloss mit individuell generiertem Code entwickelt haben. Bronze holte "Mr. Crabs" für eine Unterwasserdrohne, die Müll aus Gewässern sammelt.

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