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Kiel Beim Design schon ganz weit vorn
Kiel Beim Design schon ganz weit vorn
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21:08 16.07.2019
Von Karina Dreyer
Raceyard ist ein Projekt der Fachhochschule Kiel, bei dem Studenten seit 2005 jedes Jahr einen Rennwagen selber konstruieren, fertigen und vermarkten. Am Wochenende wurde er noch einmal getestet, bevor es in die Wettkampfphase geht. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Die Farbkombination Orange-Schwarz-Weiß des Raceyard-Boliden sticht beim Testlauf auf dem weiträumigen Platz in Kiel-Wellsee sofort ins Auge. Der T-Kiel A 19 bahnt sich seinen Weg durch kleine Pylone, auf gerader Strecke, in Kurven und im Kreis. Zum ersten Mal in der Geschichte von Raceyard wurde im vorherigen Jahr ein CFK-Moncoque sowie ein Allradantrieb realisiert und nun verfeinert. Das Team beobachtet, notiert, diskutiert und scheint zufrieden: „Das Niveau des Wagens ist gestiegen. Er schafft 120 Stundenkilometer und beschleunigt in 2,7 Sekunden“, sagt Tobias Schlaberg. Der Student des Wirtschaftsingenieurwesens an der Kieler Uni leitet den Bereich Sponsoring und betont gerne: „Er ist mit Abstand des schickste. Die Teamfarben sind immer gleich, aber das Design wird performt.“

Raceyard“-Team besteht aus 54 Studenten

Das „Raceyard“-Team besteht aus 54 Studenten der unterschiedlichsten Hochschulen und Fächer. Jeder Student kann mitmachen, zwei Saisons sind Standard, um einmal alles zu lernen und anschließend Kompetenzen weiterzugeben. Finja Bleidissel studiert Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation an der FH. „Es ist für mich unglaublich wertvoll, hier mitzumachen. Man lernt viel, arbeitet mit verschiedenen Fachbereichen und Charakteren zusammen und muss Kompromisse finden“, sagt sie. Raceyard bedeute, ins kalte Wasser geworfen zu werden, Dinge auszuprobieren, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Das ganze Projekt funktioniere wie ein eigenes Unternehmen, nur von Studenten geleitet. Ob Maschinenwesen, Informatik, Elektrotechnik, Design, Wirtschaft oder Medien, jeder bringt seine Kompetenzen ein, um alljährlich einen komplett neuen Rennwagen nach hohen Sicherheitsstandards zu erschaffen.

Piloten werden beim Kart-Fahren ermittelt

Und wer fährt den schicken Boliden? „Jeder, der fahren möchte, kann beim Kart-Fahren zeigen, dass er dafür geeignet ist“, sagt Schlaberg. Es gibt vier Fahrer, einer davon ist Moritz Abitz. „Das ist total geil und macht sauviel Spaß. Man hat beim Fahren ein ganz anderes Feeling als im Auto und einen viel näheren Kontakt zur Straße“, sagt der Maschinenbau-Student. Bedenken oder gar Angst vor einem Unfall hat er nicht: „Mein Vertrauen in das Fahrzeug und in das Team ist sehr groß.“ Am Montag machte sich ein Teil des Teams auf den Weg nach Ungarn, um dort beim weltweit größten Konstruktionswettbewerb „Formula Student“ gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. „Dafür haben wir uns qualifiziert, danach folgen noch Spielberg in Österreich, Hockenheim und Barcelona.“

Weitere Rennen in Hockenheim und Barcelona

Am 18. September gibt es zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Students meet KM“ (Studenten treffen kleine und mittlere Unternehmen) einen Tag zum Thema Prototyping in der Fachhochschule Kiel. „Wir möchten die Studenten des Teams Raceyard mit Unternehmen zusammenbringen“, sagt Regine Schlicht vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel. Das Ziel ist klar: „Dann können die Studenten zeigen, wie professionell sie schon aufgestellt sind.“

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