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Kiel Autobauer sollen alte Diesel kaufen
Kiel Autobauer sollen alte Diesel kaufen
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10:00 26.09.2018
Von Kristian Blasel
Kieler Diesel-Fahrer könnten Unterstützung aus Berlin bekommen. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel/Berlin

Von einer „Intensivstadt“ ist demnach die Rede, wenn die Stickstoffoxid-Luftbelastung über 55 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt. Das ist auf der Kieler Stadtautobahn seit Jahren der Fall. Ob die Landeshauptstadt auf der Liste steht, war am Dienstag allerdings noch unklar.

1,3 Millionen Fahrzeuge betroffen

Die Option „Rückkauf“ sieht nach Angaben des Bayerischen Rundfunks so aus: Die Automobilhersteller sollen Fahrzeuginhabern beim Rückkauf eines älteren Fahrzeugs den Zeitwert nach der „Schwacke-Liste“ erstatten. Zusätzlich sollen sie einen „Wertverlust-Ausgleich“ aufgrund der Diesel-Krise in Höhe von 20 Prozent bezahlen.

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Hersteller sollten Diesel-Fahrern aber auch den Umtausch ihres Fahrzeugs anbieten. Wer sich gegen Rückkauf oder Umtausch entscheidet, soll dem Bericht zufolge die Möglichkeit einer Hardware-Nachrüstung haben. Nach Berechnungen des Bundeskanzleramts wären etwa 1,3 Millionen Fahrzeuge von diesem Angebot betroffen. Es soll sich auf Fahrzeuginhaber beschränken, die in einem Umkreis von 70 Kilometern im Bereich der „Intensivstädte“ wohnen.

OB Kämpfer erleichtert

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) zeigte sich Dienstagabend erleichtert über die Entwicklung: „Endlich bewegt sich etwas in die richtige Richtung.“ Er gehe davon aus, dass auch Kiel dabei sei. „Es ist gut, dass man sich auf die besonders belasteten Städte konzentrieren will.“ Die Kosten müssten von der Bundesregierung und der Autoindustrie übernommen werden. Welche Folgen dies für den Luftreinhalteplan hat, an dem Stadt und Land derzeit arbeiten, lässt sich laut Kämpfer noch nicht abschätzen.

„Bei möglichen Hardware-Nachrüstungen ist mein Ziel, die Selbstbeteiligung der Halter auf Null zu setzen“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Zuvor waren Überlegungen bekannt geworden, dass Autobauer für bestimmte Pkw bis zu einem Preis von 3000 Euro bis zu 80 Prozent der Kosten von Motor-Umbauten tragen könnten. Autobesitzer müssten dann womöglich bis zu 600 Euro zuzahlen. Die SPD verlangt eine Finanzierung durch die Hersteller.

Die Regierung will sich bis Freitag abstimmen. Dann ist ein Treffen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant.

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