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Kiel Neue Hoffnung für Kiel
Kiel Neue Hoffnung für Kiel
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17:52 14.02.2019
Von Kristian Blasel
Foto: Schadstoffmessstation am Theodor-Heuss-Ring: Könnte es vielleicht schon reichen, die Werte unter die 50-Mikrogramm-Grenze zu drücken?
Schadstoffmessstation am Theodor-Heuss-Ring: Könnte es vielleicht schon reichen, die Werte unter die 50-Mikrogramm-Grenze zu drücken? Quelle: Frank Peter
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Kiel

Mit den von der Stadt Kiel vorgeschlagenen Maßnahmen zur Luftreinhaltung am Theodor-Heuss-Ring „können wir bis Ende des Jahres erreichen, dass wir an dieser Stelle im Jahresmittel unter 50 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft kommen“, sagte Kämpfer. Für Kiel bedeute die Zustimmung der Kommission zu einem flexiblen Umgang mit den Grenzwerten, „dass wir möglicherweise schneller in ein Szenario kommen, wo wir nicht mehr über Fahrverbote reden“.

Stickoxide: Deutsche Umwelthilfe verlangt, dass Kiel schon 2019 den EU-Grenzwert erreicht

Nach den Plänen der Stadt Kiel, die unter anderem ein Tempolimit, Lkw-Umleitungen in der Innenstadt und Sperrungen von Ein- und Ausfahrten am Theodor-Heuss-Ring vorsehen, würde Kiel erst Ende 2021 den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 40 Mikrogramm unterschreiten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verlangt, dass dies bereits 2019 gelingt. Das Land Schleswig-Holstein hatte zuletzt 2020 als Ziel angegeben. Nach Berechnungen in den Gutachten, die derzeit vom Umweltministerium geprüft werden, würde sich die Belastung im Laufe dieses Jahres auf deutlich unter 50 Mikrogramm senken lassen – wenn von diesem Frühjahr an erste Schritte eingeleitet werden.

Deutsche Umwelthilfe: Lage in Kiel ist schlechter als in Wiesbaden

Gleichzeitig geht nach der Einigung in Hessen, wo die DUH und das Land ihren Rechtsstreit um ein Fahrverbot in Wiesbaden beigelegt haben, die Debatte weiter, ob dies ein Vorbild für Kiel sein könne. Als Kläger erklärte die DUH vor dem Verwaltungsgericht, die umgesetzten sowie die geplanten Maßnahmen zur Luftreinhaltung der Kommune reichten voraussichtlich aus, um die Belastung mit Stickstoffdioxid zu senken.

DUH-Anwalt Remo Klinger warnte die Stadt Kiel davor, die Lage zu übertragen. „Dort wurden extreme Anstrengungen mit Fahrradwegen und Park-and-Ride-Plätzen unternommen“, sagte Klinger. In Kiel dagegen sei die Schadstoffbelastung anders als in Wiesbaden im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Tatsächlich hat sich der Jahresmittelwert 2018 um vier auf 60 Mikrogramm erhöht. 

Oberbürgermeister Kämpfer betont: Kiel hat ein "punktuelles" Problem

Ulf Kämpfer hatte am Mittwoch gesagt, dass es durchaus Parallelen zwischen Wiesbaden und Kiel gebe. „Besseres Verkehrsmanagement, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, mehr Elektromobilität und mehr Fahrradverkehr setzen wir auch in Kiel um.“ Am Donnerstag betonte er, dass Kiel anders als viele andere Städte ein punktuelles Problem habe. „Unsere Maßnahmen konzentrieren sich deshalb auf eine Verbesserung der Luftqualität an diesem kurzen Abschnitt der Bundesstraße.“

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