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Kiel Eltern appellieren an Salihs Familie
Kiel Eltern appellieren an Salihs Familie
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06:17 23.05.2019
Die Familie des zweijährigen Salih strebt eine Strafverfolgung an. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

In einem Schreiben an KN-online äußern die Eltern der neun verbliebenen Kinder aus der Küken-Gruppe – Salih besucht die Kita nicht mehr – Verständnis für die Trauer und die Wut der Familie des Jungen, gleichzeitig hoffen sie aber auch, dass die Erzieher keine rechtlichen Konsequenzen spüren müssen.

Die Stellungnahme der Eltern:

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"Geschehenes kann nicht rückgängig gemacht werden, Salih ist durch einen Fehler der Erzieher bei einem Ausflug von der Gruppe im Schrevenpark in Kiel zurückgelassen worden. Er ist glücklicherweise durch die Hilfe aufmerksamer Passanten und der Polizei mit einem Schrecken davongekommen. Wir haben Verständnis für das nun fehlende Vertrauen der Eltern in die Erzieher und die Kita.

UKSH-Kita in Kiel: Erzieher leisten tolle Arbeit

Wir bedauern allerdings die rasche Kündigung der Erzieher, denn beide haben nach unserer Einschätzung bis zu dem Vorfall eine herausragende Arbeit geleistet. Unsere Kinder haben sich sehr wohl gefühlt, und wir als Eltern haben unsere Kinder gern in ihre Aufsicht gegeben. Das würden wir gerne weiterhin tun. Wir hoffen daher sehr, dass beide Erzieher aus ihrem Fehler lernen und weiter in ihrem Beruf arbeiten werden. Fehler machen wir Menschen allerorts und so ist auch der aktuelle Fall kein Einzelfall. Selbst innerhalb einer Familie sind derartige Vorkommnisse keine Seltenheit.

Appell an die Vernunft

Wir möchten uns daher dafür einsetzen, ein gutes Maß bei der Verurteilung von Einzelpersonen im Verhältnis zum entstandenen Schaden und systembedingten Fehlerquellen zu wahren. Es ist uns wichtig, nach vorne zu blicken und aus den Vorkommnissen zu lernen, die Sicherheitsstandards zu prüfen und damit mehr Sicherheit für die Kinder und deren Betreuer zu schaffen, denen ja keinesfalls Absicht unterstellt werden kann. Wir verstehen die Trauer und die Wut der betroffenen Eltern. Dennoch empfinden wir es als tragisch, dass das Schicksal, der in unseren Augen sehr engagierten Erzieher, nun zusätzlich zum Verlust ihres Arbeitsverhältnisses weiter durch eine strafrechtliche Verfolgung erschwert werden soll.

Wir möchten mit diesem Leserbrief daher auch an die Eltern von Salih appellieren, vom Versuch einer strafrechtlichen Verfolgung Abstand zu nehmen und distanzieren uns ausdrücklich von diesem Vorhaben. Dies wird das Geschehene nicht ändern. Wir sprechen der Kita und den beiden Erziehern weiterhin unser Vertrauen aus."

Eltern der Küken-Kita-Gruppe am UKSH, Kiel

Von KN-online

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