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Kiel Betrüger machen wieder Beute
Kiel Betrüger machen wieder Beute
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14:04 15.11.2018
Von Niklas Wieczorek
Wollen vermeintliche Polizisten am Telefon Auskunft über Ihr Geld oder Wertsachen, sollten Sie stets auflegen und 110 wählen. Quelle: Juliane Häckermann (Symbol)
Kiel

Mehr als 100 Anrufe hatte es am Dienstagabend in Kiel, Neumünster und Molfsee gegeben. Eine Häufung gab es offenbar wieder in der Landeshauptstadt. Auf zwei Betrugsfälle in Kiel scheinen Bürger hereingefallen zu sein.

Am Montag habe sich ein "Herr Klein", der als verdeckter Ermittler bei der Polizei arbeiten soll, telefonisch bei einer 82-Jährigen gemeldet. Er berichtete von einer angeblichen Bande aus Rumänien, die es auf ihr Erspartes abgesehen habe. Die Frau ließ sich darauf ein, 15.000 Euro in einer Mülltonne in Höhe Eckernförder Straße 75 zu deponieren, damit es von der Polizei abgeholt und an einem sicheren Ort gelagert werden könne. Da sie anschließend nichts mehr von dem vermeintlichen Polizeibeamten hörte, rief sie Mittwoch über 110 die Polizei, woraufhin der Fall bekannt wurde.

Die Kriminalpolizei sucht nach Zeugen, die Montag gegen 16 Uhr verdächtige Personen im Bereich der Mülltonnen an der genannten Anschrift beobachtet haben.

Zweiter Fall am Mittwoch

Am Mittwochabend ist es nach Polizeiangaben im Charles-Ross-Ring einem weiteren Betrüger gelungen, Bargeld zu erbeuten. Ein 74-Jähriger erhielt gegen 20 Uhr einen Anruf mit unterdrückter Nummer vom vermeintlichen Polizeibeamten "Armin Raschke", der ihn informierte, dass sein Bargeld aufgrund von Diebesbanden nicht mehr sicher sei. Er forderte ihn in dem Telefonat auf, das Bargeld in einem Portemonnaie vor eine Haustür in den Laubengang einer Wohnung im Charles-Ross-Ring 42 zu legen. Dort solle es von der Polizei abgeholt und sicher verwahrt werden. Im Zeitraum zwischen 20.30 Uhr bis 21 Uhr hat ein Unbekannter das Portemonnaie mit 22.000 Euro Inhalt unbemerkt abgeholt.

Auch hier sucht die Kriminalpolizei Zeugen, die auffällige Personen im Bereich Charles-Ross-Ring / Torfende in den Abendstunden beobachtet haben.

Betrüger manipulierten technisch

Auffällig bei beiden Taten ist, so die Polizei, dass die Geschädigten während der Telefonate auf Drängen der Anrufer selbst die 110 wählten, um sich von der Richtigkeit der Anrufe zu überzeugen. Dabei sollte das aktuelle Gespräch jedoch nicht beendet werden, sondern während des laufenden Gesprächs die 110 gewählt werden. Die Betrüger waren dadurch noch in der Leitung und hatten durch technische Manipulation den Eindruck erweckt, dass das Gespräch beendet sei. Tatsächlich sprachen die Geschädigten auch nach dem Wählen der 110 mit den Betrügern. Daher der ausdrückliche Hinweis der Polizei, derartige Gespräche durch eigenes Auflegen selbst zu beenden und erst anschließend die 110 zu wählen.

Raffinierte Betrugsmaschen

Die Betrugsmaschen machen der Polizei und den Bürgern extrem zu schaffen: Zuletzt hatte es vergangene Woche einen erfolgreichen Enkeltrick im Kreis Plön gegeben. In Kiel entstanden auch schon einmal 40.000 Euro Schaden per Enkeltrickein falscher Staatsanwalt erbeutete gar 300.000 Euro. Die Polizei gab bereits Hinweise heraus, wie sich ältere Bürger schützen können.

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