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Kiel Fanta Vier zündeten Rap-Feuerwerk
Kiel Fanta Vier zündeten Rap-Feuerwerk
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00:15 02.07.2013
Von Kai-Peter Boysen
Begeisterten 4000 Fans: die Fantastischen Vier Quelle: kpb
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Kiel

„Wir Weicheier aus dem Süden würden das wohl als Schietwetter bezeichnen, ihr nennt es sicher Picknickwetter“, scherzt Michi Beck in die euphorische Fangemeinde, bevor er sich mit „Der Picknicker“ durch die Party mit der Fanfamilie rappt.

Die Fantas sind gut drauf und wissen nach 24 Bühnenjahren, wie man einen feuchten Abend am Meer aufheizt. Smudo, Thomas D und Michi Beck sind ständig in Bewegung, wechseln die Bühnenseiten, lassen die Silben laufen im mit Handclaps angereicherten „Gebt uns ruhig die Schuld (Den Rest könnt ihr behalten)“ und dem nachdenklich fließenden „Danke“, bevor die Beats von „Ichisichisichisich“ voll in die Fresse der Ellenbogengesellschaft zielen.

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Obwohl sie vier unterschiedliche Charaktere sind (immer im Bühnenhintergrund: Soundarchitekt und Produzent And.Ypsilon), scheinen sich die Stuttgarter immer noch gut zu verstehen, toben wie Kinder über die Bühne, zeigen schräge Moves zwischen Coolness und Hampelei und machen Scherze zwischen den Songs. Mit technisch ausgereiftem Sprechgesang und eingängigen Texten zwischen der genreüblichen Ego-Heiligsprechung und reflektierter Lebensberatung ziehen die Fantastischen Vier alle Register des populären Hip-Hops. Absolut verlässlich: Ihre großartige Band aus Markus Kössler am Bass, Schlagzeuger Florian Dauner, Keyboarder Lillo Scrimali, Roland Peil an der Percussion und Markus Birkle an der Gitarre schafft jeden Untergrund, den die älteren Jungs zum Hüpfen benötigen. Da wird selbst der Klassiker „Tag am Meer“ mit tollem Fender Rhodes Piano zum chilligen Easy-Listening-Erlebnis, auch wenn es gerade in den Kragen tropft.

Die Menge hüpft, singt und zeigt nicht nur bei „Was geht“, dass heute alles geht. „MfG“, „Sie ist weg“, „Einfach sein“, Hit folgt auf Hit, und jeder, der in den letzten 20 Jahren gelegentlich mal das Radio eingeschaltet hat, kennt die Songs der Fantas.

„Ernten was wir säen“, „Troy“ und „Populär“ beschließen diesen denkwürdigen Abend, der die Fantastischen Vier nach fast acht Jahren mal wieder nach Kiel gelockt hat. „Du hattest gute Zeiten, Wir waren mit dabei (…)Du hattest schlechte Zeiten, und wir warn auch dabei. Wir werden dich begleiten, Wir bleiben troy“ versprechen die Pop-Könige. Und ihre Fans haben gezeigt, dass für sie auch in nassen Zeiten dasselbe gilt. Dass es pünktlich zum Konzertende richtig zu kübeln anfängt, kann das Gefühl nicht trüben: Es war ein schöner Abend am Meer.