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Kiel Jetzt ermittelt die Polizei
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06:00 20.12.2018
Von Alev Doğan
Sükriye-Hanim und Serdar Topaloglu mit Umut-Can, der bei einem Kita-Ausflug in den Teich im Schwanenseepark gefallen war und reanimiert werden musste. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

„Die Polizei sucht Zeugen, die die Gruppe im Park beobachtet haben und Angaben zu dem Vorfall machen können“, sagte Polizeisprecher Matthias Felsch. Umut-Can war am Dienstag vor einer Woche gegen 10.30 Uhr während eines Kita-Ausflugs in den Schwanenseepark in Kiel-Ellerbek in einen Teich gefallen und musste reanimiert werden. Zu Details und Abläufen will sich die Stadt – sie ist Trägerin der Kita Hangstraße – wegen laufender Ermittlungen nicht äußern. Die Eltern hatten Strafanzeige wegen Verletzung der Aufsichtspflicht erstattet.

Staatsanwaltschaft wartet polizeiliche Ermittlungen ab 

Sollten die Ermittlungen der Polizei Hinweise auf eine strafbare Handlung ergeben, wäre danach die Staatsanwaltschaft am Zug. „Wir würden den Fall juristisch bewerten und schauen, ob ihm ein strafrechtlicher Vorwurf zugrunde liegt“, erläuterte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Axel Bieler. Infrage kämen die Straftatbestände „Verletzung der Aufsichtspflicht“ und „Fahrlässige Körperverletzung“, und diese würden sich gegen die Erzieherinnen richten. „Strafrechtliche Vorwürfe können sich immer nur gegen natürliche Personen, also Menschen richten“, so Bieler. Nur im Falle eines Versäumnisses auf höherer Ebene käme eine Haftung der Einrichtung oder ihrer Trägerin infrage. Im Kern wird es laut Bieler um die Frage gehen, ob der Unfall den Erzieherinnen „vorwerfbar“ ist oder lediglich ein „Unglücksfall“ war. 

Eltern sind enttäuscht von der Kita

„Nur“ Unglück oder nicht, Umut-Cans Eltern haben viele offene Fragen. Fragen, von denen sie hofften, einige auf dem Elternabend klären zu können. „Eingeladen wurden wir nicht. Andere Eltern haben uns davon erzählt, und wir sind hingegangen“, erzählt die Mutter, Sükriye-Hanim Topaloglu. Dort sei es dann um vieles gegangen, aber kaum um Umut-Cans Unfall. „Eine öffentliche Entschuldigung oder Anteilnahme gab es auch nicht“, so Serdar Topaloglu.

Uniklinikum: Langzeitfolgen „vermutlich wenig zu erwarten“

Nach dem offiziellen Teil hätten viele Eltern draußen auf die Topaloglus gewartet, um mit ihnen zu reden. „Sie hatten Fragen und das Bedürfnis, sich darüber auszutauschen“, so Umut-Cans Mutter. Ihre wichtigste Nachricht bleibt, dass es Umut-Can den Umständen entsprechend gut geht. In den kommenden Tagen wird er zum Neurologen und zum Kinderpsychologen müssen. Zudem habe sich auf seiner Haut ein Ausschlag entwickelt, der behandelt werden muss. Laut Kieler Universitätsklinikum, in das der Junge nach dem Unfall eingeliefert worden war, sind Langzeitfolgen „vermutlich wenig zu erwarten“.

In der Zwischenzeit hat das Grünflächenamt den Böschungsabschnitt, an dem das Kind ins Wasser gerutscht sei, mit einer einfachen Einfriedung versehen. Ein Sprecher der Stadt betonte, dass die Stadt nicht verpflichtet sei, alle offenen Gewässer einzuzäunen, man an dieser Stelle das Betreten der Böschung aber verhindern wolle.

Hinweise zu dem Fall nimmt die Polizeistation Dietrichsdorf, Tel. 0431/160-1452, entgegen.

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